Klimagerecht bauen und sanieren - Baukulturtage in Bad Aibling

© Kristin Baumert

Bereits zum dritten Mal trafen sich Vertreter und Vertreterinnen aus Praxis und Forschung, der Architektur, dem Ingenieurwesen, der Immobilienwirtschaft und der Verwaltung zu den Baukulturtagen in Bad Aibling. Die Baukulturtage werden von der B&O Gruppe gemeinsam mit der Bundesstiftung Baukultur ausgerichtet.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage wie man beim klimagerechten Bauen und Sanieren ins Handeln kommt. Der Forschungscampus von B&O in Bad Aibling bildete dafür den idealen Rahmen: das ehemalige Militärgelände ist nicht nur ein gutes Beispiel für gelungene Umbaukultur und Stadtentwicklung wie der Impuslvortrag von Eberhard von Angerer, von Angerer Architekten und Stadtplaner und Irene Burkhardt, Burkhardt I Engelmayer I Mendel Landschaftsarchitekten Stadtplaner Part mbB deutlich machte. Der Campus zeigt auch exemplarisch an den Forschungshäusern „Einfach Bauen“ wie innovative Konzepte umgesetzt werden können. Die Forschungshäuser wurden vom Lehrstuhl von Professor Florian Nagler, Technischen Universität München / TUM, entwickelt und realisiert. In diesem Jahr wurde das vierte Forschungshaus, ein Holzhybridgebäude mit Lehmkern, fertiggestellt und konnte von den Teilnehmenden der Baukulturtage besichtigt werden. Ebenfalls besichtigt wurde das von DWA David Wolfertstetter Architekten geplante Bürohaus in Holzbauweise mit flexiblen Grundrissen.

Theorie und Praxis – Hand in Hand

Wie umgehen mit dem Bestand? Der Themenbogen war bei den Baukulturtagen weit gespannt. Wie klimagerechtes Sanieren aussehen kann und welche Anforderungen damit verbunden sind, wurde am Beispiel der Großwohnsiedlung Neuperlach in München vorgestellt. Die Satellitenstadt im Südosten der bayerischen Hauptstadt entstand in den 70iger Jahren, damals „auf der grünen Wiese“. Heute zählt Neuperlach 55.000 Einwohner. Antworten und mögliche Sanierungskonzepte für die in die Jahr gekommene Großwohnsiedlung stellten die Professoren Andreas Hild und Andreas Müsseler von der TUM vor. Bereits 2018 hatten die Experten für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege mit der Veröffentlichung „Neuperlach ist schön“ die Diskussion um die Weiterentwicklung der Satellitenstadt angestoßen.

Auch Nicola Borgmann, Direktorin der Architekturgalerie München, zeigte in ihrem Impulsvortrag, wieviel Schönheit und Entwicklungspotenzial in Neuperlach steckt. Die Kuratorin, Architektin und Kunsthistorikerin stellte das Projekt „Creating NEBourhoods Together – Neuperlach“ vor, das als eines von sechs Leuchtturmprojekten zum Neuen Europäischen Bauhaus (NEB) von der EU gefördert wird.

Den Abschluss bildete eine Führung durch die Ausstellung "Einfach GRÜN - Greening the city" von Dr. Hilde Strobl, Kuratorin, Universität Innsbruck und Peter Cachola Schmal, Direktor, Deutsches Architekturmuseum (DAM).

Wie kommen wir zügig ins Handeln?

Um diese Frage ging es vor allem am zweiten Tag der Baukulturtage bei einem interdisziplinären Fachgespräch. Experten und Expertinnen diskutierten, wie sich das einfache Bauen, das sich an den Klimazielen orientiert und gleichzeitig für hochwertige Baukultur steht, weiter voranbringen lässt. Im Ergebnis wurden fünf Handlungsfelder mit hoher Hebelwirkung für klimagerechtes Bauen und Sanieren identifiziert und im Rahmen einer Pressemitteilung veröffentlicht.

 

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