Nachbericht zum Baukulturdialog Bregenzerwald: „Erfolgsmodelle für mehr Baukultur“

© Angela Lamprecht für die Bundesstiftung Baukultur
© Angela Lamprecht für die Bundesstiftung Baukultur

Anfang Juli war die Bundesstiftung Baukultur zu Gast im Bregenzerwald. Am Montag, den 4. Juli luden wir dazu ein, spannende Projekte vor Ort kennenzulernen. So führte Bernadette Rüscher die Teilnehmenden durch Schwarzenberg, Gerhard Bechtold stellte ebendort das Werkvollholzhaus vor, Bürgermeister Bernhard Kleber erläuterte die Idee hinter dem Projekt „Miteinder Füreinander“ in Andelsbuch. Am Nachmittag präsentierte Belinda Rukschcio, Geschäftsführerin des Werkraum Bregenzerwald, das Haus und Valerie Keiper-Knorr gab uns einen Einblick in die aktuelle Ausstellung „Handwerk der Zeit“.

Am Abend fand im Werkraum unser Baukulturdialog „Erfolgsmodelle für mehr Baukultur“ statt, durch den Inga Glander, Projektleiterin des Baukulturberichts 2022/23 der Bundesstiftung Baukultur führte.  

Nach einer Begrüßung von Martin Bereuter, Obmann des Werkraums Bregenzerwald, der die Frage stellte, warum es den Werkraum braucht, folgte ein Impulsvortrag zu „Der Bregenzerwald und seine Besonderheiten“ von Guido Flatz, Obmann Regio Bregenzerwald. Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur schließt mit seinem Impuls „Baukultur, Regionalität und Handwerk“ daran an und sagt „Der Werkraum ist ein europäisches Modell, davon bin ich überzeugt.“

Prof. Herrmann Kaufmann, HK Architekten, fragt in seinem Impuls nach „Schein oder Sein?“ und fordert insbesondere eine Kooperation zwischen Handwerk und Architekten, um Qualität auf neue Ebene zu heben.

Markus Faißt von der Holzwerkstatt Markus Faißt spricht in seinem Vortrag „(Bau)Kulturträger Handwerk“ auch über den Begriff Heimat und definiert diese als „den Ort, an dem ich mich aufrege“ und wünscht sich, dass Handwerker stärkere Vorbilder werden.

Es folgte abschließend die von Reiner Nagel moderierte Dialogrunde: „Haltung – Qualität – Anspruch“. An der Diskussionsrunde nahmen teil:

  • Clemens Quirin, vai Voralberger Architektur Institut
  • Cornelia Kriegner, Bregenzerwald Tourismus
  • Dietmar Nussbaumer, Hotel Gasthof Krone Hittisau
  • Petra Raid, Werkraum Schule
  • Belinda Rukschcio, Werkraum Bregenzerwald

Diskutiert wurde unter anderem das Thema Nachhaltigkeit und Tourismus sowie die allgegenwärtige Frage nach Nachwuchs im Handwerk. Dabei wurde deutlich, wie die hohe Qualität und lange Tradition des Handwerks im Bregenzer Wald inzwischen zur Standortidentität geworden ist und der Zusammenschluss von Handwerksunternehmen im Werkraum e.V. zum Erfolgskonzept für die Baukultur vor Ort. Mit diesem weltweit einmaligen Modell könnte noch mehr nach außen geworben werden, auch um Nachahmende zu motivieren, dem guten Beispiel eines Kompetenzzentrums Handwerk und Baukultur zu folgen.

Am Dienstag, den 6. Juli folgte noch eine Bus-Exkursion durch die Region. Dort hatten wir die Gelegenheit, nach dem Auftakt am Montag, noch weitere spannende Projekte zu besichtigen. So machten wir Halt im neuen Barockbaumeistermuseum in Au, besuchten die Firmenzentrale von Kaufmann Bausysteme und besichtigen Tempel74, Gewinner des Staatspreises Architektur 2022. Eine anekdotenreiche Führung erhielten wir zur Entstehung der Kapelle Salgenreute sowie zu den sieben architektonisch gestalteten Bushaltestellen in Krumbach. Den Abschluss bildete die tolle Werksbesichtigung bei Georg Bechter Licht! 

Vielen Dank an Belinda Rukschcio vom Werkraum Bregenzerwald für die Unterstützung bei der Erarbeitung des Programms – für uns waren es zwei erkenntnis- und ergebnisreiche Tage mit spannenden Einblicken in die Baukultur des Bregenzerwaldes!

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