Neuartiges Entwurfskonzept für Bahnbrücken, Buttstädt

Experimenteller Brückenbau

Die Gänsebachtalbrücke ist Teil der Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke von Erfurt nach Leipzig/Halle und quert das Gänsebachtal. Durch den Bauherren DB Netz AG wurde im Zuge der Ausschreibung ein Sondervorschlag zugelassen. Dies geschah auf Anregung des Brückenbeirates der DBAG, der damit die Chance eröffnete, ein für Talbrücken neuartiges Entwurfskonzept zu entwickeln. Das daraus entstandene und erstmalig für Bahnbrücken verwirklichte integrale Konzept verabschiedet sich von der konventionellen Rahmenplanung und macht sehr schlanke und gleichzeitig wartungsarme Bauwerke möglich. Das Ergebnis stellt eine neue und wirtschaftliche Bauweise dar, die nicht nur den konventionellen Tragwerken überlegen ist, sondern sich zugleich zurückhaltend und ansprechend in die Landschaft einfügt.
Die Brücke mit ihrem zweistegigen Spannbetonplattenbalken gliedert sich in 10 fugen- und lagerlose Feldträger. Die horizontale Queraussteifung erfolgt über Einspannung an den Widerlagern und Stahlbetonrahmen in den Fugenstützen der Bauwerkabschnitte. Die durch die geringe Stützweite realisierbare niedrige Überbauhöhe sowie die schlanken Einzelstützen lassen das Bauwerk elegant und leicht erscheinen. Es zeichnet sich durch sein robustes und reduziertes Tragwerk sowie einen geringen Wartungsaufwand aus. Die Gänsebachtalbrücke bereitet den Weg für weitere neue Bahnbrücken in dieser Bauweise.

Dieses Projekt wurde im Rahmen der Baukulturwerkstätten 2014 vorgestellt.

Fertigstellung 2012
Auftraggeber DB Netz AG (Markus Schenkel)
Architekt / Planer

schlaich bergermann und partner (Jörg Schlaich, Entwurf und Ausführungsplanung) 

Planungsbeteiligte Schmitt Stumpf Frühauf und Partner – Ingenieure (Stefan Kraft); DB Netz AG (Markus Schenkel); Adam Hörnig Baugesellschaft (Fritz Tiarks, Baufirma)
Größe / Fläche Länge: 1.001 m / Abschnitte: 52,5 m + 8 × 112 m + 52,5 m / Regelspannweite: ca. 24 m / Überbauhöhe: 3,0 m / Brückenbreite: 13,83 m / Brückenfläche: 13.850 qm / Lichte Höhe: max. 20 m
Nutzungen
Infrastruktur
Öffentliches Bauen
Planungskultur