Bekenntnis zum Bestand in Perlesreut

Baukultur im Zentrum

Die zwölf Gemeinden im Bayerischen Wald, die als „Ilzer Land“ bereits in anderen Bereichen kooperierten, stehen vor dem gleichen Problem: weniger Einwohner und wachsende Leerstände in den Ortskernen. Die gemeinsame  Antwort: die Zentren stärken! Weil Infrastruktureinrichtungen aber auch Baulücken und Leerstandsrisiken kartiert sind, kann gezielt gefördert werden – etwa mit einer kostenlosen Leerstandsberatung für Hausbesitzer, mit finanzieller Unterstützung bei Umbauten oder bei einer Fassadenerneuerung. Einige Gemeinden forcieren mit einem Geschäftsflächenprogramm die Wiederbelebung der Erdgeschosse. Ausstellungen guter Beispiele und ein Gestaltungspreis vermitteln der Bevölkerung, dass etwas passiert und motivieren Bauherren.
Auch öffentliche Räume wurden erneuert: etwa der langgestreckte Straßenmarkt in Perlesreut.

Ein von Haus zu Haus durchgehendes Granit-Pflaster und ein neuer Brunnen lassen ihn nicht mehr als Durchgangsstraße, sondern als Platz mit Aufenthaltsqualität wirken. Die für den Einzelhandel wichtigen Parkplätze wurden in die Gestaltung integriert. Am Marktplatz findet man seit 2015 auch die „Bauhütte“. Das leer stehende Haus mit der alten Quelle-Filiale hatte die Gemeinde gemeinsam mit einem Privatinvestor gekauft. Dieser errichtete im neuen Hinterhaus sechs barrierefreie Zweizimmerwohnungen. Im denkmalgerecht sanierten Altbau arbeitet die Projektkoordinatorin für die Innenentwicklung, es finden Veranstaltungen statt und die Ortsbibliothek bietet zwei Regalmeter Baukultur-Literatur an. So sind Marktplatz und „Bauhütte“ für jedermann zum lebendigen Beispiel für die Erneuerung des Bestands geworden.

Fertigstellung 2015
Auftraggeber Verwaltungsgemeinschaft Perlesreut
Architekt / Planer

Platzgestaltung
Lex Kerfers_Landschaftsarchitekten, Bockhorn

Architektur
Umbau Bauhütte: Architekturbüro Schmöller, Passau

Baukosten brutto 6,9 Mio. Euro
Nutzungen
Arbeiten
Wohnen
Freiraum
Innenentwicklung
Stadtplanung