Ausstellung

Heinrich Tessenow. Architektur und Möbel

© Stadtmuseum Dresden

Ab dem 27. November zeigt das Stadtmuseum Dresden eine große Sonderausstellung zu Heinrich Tessenow (1876–1950). Der Architekt und Möbelentwerfer ist in Dresden vor allem durch das Festspielhaus Hellerau bekannt. Die Ausstellung stellt Tessenows Gesamtwerk anhand ausgewählter Projekte und übergeordneter Themen vor. Sie basiert auf einer von dem Züricher Architekten Martin Boesch 2022 in Mendrisio gezeigten Ausstellung. Vom Stadtmuseum Dresden wurde sie zu den Dresdner Bauten und Entwürfen sowie zu den Möbeln erweitert. Seit über 30 Jahren ist Tessenows Werk damit zum ersten Mal wieder in diesem Umfang zu sehen.


Tessenow wurde 1876 geboren, lernte zunächst Schreiner und studierte dann Architektur. Er startete seine Tätigkeit um die Jahrhundertwende, als Reformarchitekten angesichts überladener Bauten nach neuen Wegen suchten. Tessenow leistete hierzu einen wichtigen Beitrag. Seine Häuser sind geradezu provozierend schlicht. Der Durchbruch gelang Tessenow 1911 mit dem Festspielhaus Hellerau. Es entstand in seiner ersten Dresdner Phase von 1909 bis 1914, als er auch an der Gestaltung der Gartenstadt Hellerau mitwirkte. Nach einem Aufenthalt in Wien kehrte er 1919 wieder nach Dresden zurück und widmete sich bis 1926 besonders der Lehre. In dieser Zeit entstanden auch Ausstellungsbauten im Großen Garten und mit Oscar Kramer die Landesschule Klotzsche. Es folgte eine umfangreiche (Lehr-)Tätigkeit, vor allem von Berlin aus.

Parallel zur Architektur entwarf Tessenow auch immer wieder Möbel. Von schlicht bis exklusiv reichte das Spektrum. Alle Objekte verband eine solide handwerkliche Ausführung – egal, ob es sich um einen Blumenständer oder ein Sofa handelte. Die Entwürfe wurden u. a. von den Deutschen Werkstätten Hellerau hergestellt und vertrieben. Die Ausstellung beinhaltet neben zahlreichen Modellen, Fotos, Frottagen und Zeichnungen auch diverse digitale Stationen. Unter anderem sind eine virtuelle Karte von Hellerau mit zahlreichen historischen Postkartenmotiven zu sehen und viele Kurzvideos zu Einzelobjekten und Themen („Der unersetzbare Papierkorb“, „Wie wohnt man in Tessenow?“).

Im Begleitprogramm werden neben Vorträgen auch Führungen vor Ort angeboten. Und da Tessenow in Hellerau als Sozialexperiment 1919 eine sogenannte Handwerkergemeinde gründete, öffnen in der Reihe „Der goldene Boden“ Dresdner Handwerksbetriebe ihre Werkstatttüren. Genaue Termine und Konditionen sind hier zu finden: Stadtmuseum Dresden. Die Schau entstand in Kooperation mit Martin Boesch und der Accademia di architettura, Università della Svizzera italiana in Mendrisio.

Ausstellung

27.11.2022 – 29.05.2023

Stadtmuseum Dresden
Wilsdruffer Straße 2
01067 Dresden

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