Netzwerk

Preise der Baukultur

Ideenpreis

AIV-Schinkel-Wettbewerb

Logo
Thema Ingenieurbau
Architektur
Landschaftsarchitektur
Stadt- und Regionalplanung
Kunst, Kultur und Design
Infrastruktur und Mobilität
Reichweite europaweit
Art des Preises Ideenpreis
Aktuell
Dotierung Je Aufgabe kann jeweils ein Schinkelpreis iHv. 3.000 Euro verliehen werden. Darüber hinaus ist die Vergabe von weiteren Preisen möglich.
Verfahren offen
Zulassung Altersbeschränkung: Teilnahme bis 35 Jahren
Gründungsjahr 1900
Intervall jährlich
Jury Interdisziplinäre Jury. Jury des Wettbewerbs ist laut Statut der Schinkelausschuss. Er setzt sich aus per Statut gesetzten und gewählten Mitgliedern zusammen. Zusätzlich können in jedem Jahr besondere Sachverständige und Gastpreisrichter*innen eingeladen werden.
Auslober AIV Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin-Brandenburg e.V.
Kontakt Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.
Bleibtreustraße 33
10707 Berlin
Tel. 030-88345-98
Ansprechpartner/in Gesche Gerber, Ernst-Wolf Abée, Vorsitz Schinkel-Ausschuss
E-Mail
Preis im Konvent
Website aiv-berlin-brandenburg.de/aiv-schinkel-wettbewerb

Der Alexanderplatz ist literarischer Mythos, filmische Projektionsfläche und Brennpunkt der Berliner Identität zugleich. Ob in Alfred Döblins Großstadtroman, in Walter Ruttmanns Symphonie einer Großstadt oder als Schauplatz historischer Zäsuren, von den Barrikaden der Märzrevolution 1848 bis zum folgenschweren Ruf „Wir sind das Volk!“ im Herbst 1989: Der Platz spiegelt die Brüche der deutschen Geschichte wider. Politische Systemwechsel und konkurrierende Ideen von Stadt führten im 20. Jahrhundert zu allumfassenden baulichen Manifestationen: Auf Peter Behrens’ Vision eines rationalen, einheitlich umbauten Weltstadtplatzes folgte nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs der kompromisslose Umbau zum weiträumigen sozialistischen Stadtzentrum. Dies wird nach der Wiedervereinigung grundsätzlich in Frage gestellt. Hans Kollhoffs Masterplan aus dem Jahr 1993 sah eine neue Blockbebauung mit daraus empor wachsenden Türmen vor, die nicht nur die Berliner Hochhausdebatte, sondern auch die Kontroverse im Umgang mit dem baulichen Erbe der DDR prägt.

Die Idee einer neuen Stadtkrone wurde durch den ausbleibenden Bauboom und die schrittweise Unterschutzstellung des DDR-Bestands jedochzunehmend relativiert. Sowohl die architektonische Qualität als auch die rein kommerzielle Prägung der umgesetzten Projekte bleiben weit hinter der gesamtstädtischen Bedeutung des Ortes zurück. Gleichzeitig haben sich die Vorzeichen zeitgenössischer Stadtentwicklung fundamental verschoben. Pionierprojekte wie das benachbarte, kooperative Haus der Statistik oder die Debatte um die Ansiedlung der Zentral- und Landesbibliothek im Galeria-Warenhaus beweisen, dass die Zukunft des Zentrums im Gemeinwohl liegen kann.

Der AIV-Schinkel-Wettbewerb 2027 fordert dazu auf, aus diesen vielschichtigen Fragmenten eine positive, integrative Vision für den Alexanderplatz und sein vernachlässigtes Umfeld zu entwerfen, die dem mythischen Nimbus des Ortes gerecht wird. Den kommerziellen Nutzungen sollen neue öffentliche, kulturelle und soziale Angebote entgegengesetzt werden, die den Ort als gemeinwohlorientierten Raum neu definieren. Durch die enge Verknüpfung der fünf Fachsparten – von der Transformation des Bestands über die Aktivierung klimaresilienter Freiräume bis zum infrastrukturellen Brückenschlag – soll ein lebendiges, gerechtes Quartier für eine diverse Stadtgesellschaft entstehen.

Der AIV-Schinkel-Wettbewerb 2027 ist ein internationaler, offener Ideen- und Förderwettbewerb. Teilnehmen können Studierende und Absolvent:innen der Fachrichtungen Städtebau, Landschaftsarchitektur, Architektur, Bauingenieurwesen, Verkehrsplanung und verwandte Disziplinen sowie Künstler:innen und Studierende der Freien Kunst.

Immer weniger offene Wettbewerbsverfahren geben jungen Entwerfer*innen, Gestalter*innen und Planer*innen die Möglichkeit, sich in ihrem Feld zu beweisen und sich selbst und ihre Leistungen einzuordnen. Der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin-Brandenburg e.V. (AIV) schafft gemeinsam mit Fördermittelgebenden, Stifterinnen und Stiftern, Juror*innen und Hochschulen ein Netzwerk unterschiedlicher Disziplinen, in dem Antworten auf aktuelle planerische und gestalterische Fragen gegeben und gleichzeitig junge Planer*innen, Architekt*innen, Ingenieur*innen und Künstler*innen in ihrer fachlichen Entwicklung gefördert werden. Das Verfahren richtet sich daher ausdrücklich an Absolvent*innen und Studierende höherer Semester.

Nach oben