Strukturförderprogramm "ZukunftsLAND" im Münsterland

Regionale 2016

Unter dem Motto "ZukunftsLAND" findet im westlichen Münsterland derzeit die Regionale 2016 statt. Das Strukturförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen bringt Projekte auf den Weg, die Beiträge zu einer zukunftsfähigen Entwicklung der Region leisten. Ein zentrales strategisches Thema sind hierbei die großflächigen Wohngebiete aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. Wie in ganz Westdeutschland sind die Städte und Gemeinden im westlichen Münsterland insbesondere in den Nachkriegsjahrzehnten erheblich gewachsen – mit einem deutlichen Schwerpunkt auf dem individuellen Wohnen auf eigenem Grundstück. Die in dieser Zeit entstandenen Wohngebiete umgeben die Ortskerne heute wie Jahresringe. Besonders die frühen Einfamilienhausgebiete unterliegen hier wie anderswo zunehmend Veränderungen: Sie bieten zwar besondere räumliche und bauliche Qualitäten und sind vielfach günstig in der Nähe der Stadt- und Ortszentren gelegen. Gleichzeitig haben viele der Gebäude aus dieser Zeit heute einen erheblichen energetischen Optimierungsbedarf und auch Wohnkomfort und Barrierefreiheit sind mit Blick auf heutige Wohnbedürfnisse und eine alternde Bewohnerschaft ein Thema. Da viele der Wohnsiedlungen von Eigentümern aus einer Generation errichtet wurden, kommen Anpassungsbedarfe bei den Immobilien und wechselnde Eigentumsverhältnisse häufig zeitgleich.

Zwar sind die Schrumpfungstendenzen im westlichen Münsterland heute noch weniger stark ausgeprägt sind als in vielen anderen ländlichen Regionen. Längerfristige Leerstände sind hier noch die Ausnahme. Angesichts der sich perspektivisch abzeichnenden demografischen Entwicklung zeichnet sich jedoch die Gefahr ab, dass die im Stadtgefüge häufig günstig gelegenen älteren Wohngebiete "aushöhlen“.

Deshalb hat die Region sich im Rahmen der Regionale 2016 vorgenommen, zur Modellregion für dieses Thema zu werden. Seit Anfang 2012 werden in Zusammenarbeit mit vielen Akteuren an Hand konkreter Projekte Strategien erarbeitet und erprobt, mit denen Bestandssiedlungen zukunftsfähig weiterentwickelt werden können. Zum einen soll damit das zu erwartende "Restwachstum" in die Bestandssiedlungen gelenkt werden. Zum anderen soll ein "Werkzeugkasten" mit möglichen Handlungsansätzen für die Akteure in der Region entwickelt werden. Ziel ist es, mit den sich abzeichnenden Herausforderungen in den älteren Wohngebieten frühzeitig so umzugehen, dass Probleme gar nicht erst entstehen oder zumindest abgemildert werden können.

Dieses Projekt wurde im Rahmen der Baukulturwerkstätten 2015 in Frankfurt vorgestellt.

Nutzungen
Planungskultur
ländliche Räume