Reinbek bei Hamburg

Ablesbarer Umbau

© Sabine Bungert
Haus Neth, Reinbek, Wohnzimmer, Bild: Künstler: Sarah Johanna Eick
© Schoener und Panzer, Michael Schoener

Für heutige Wohnansprüche war das Siedlungshäuschen aus den 1930er-Jahren zu eng. Um mit einer Erweiterung aber nicht den bescheidenen Rahmen der Nachbarschaft zu sprengen, dockt der Zubau auf der Rückseite des Hauses an. Und zwar so, dass sich der Umriss des alten Hauses subtil abzeichnet: Während der Bestand mit einem verputzten Wärmedämmverbundsystem umhüllt wurde, bleibt beim Anbau die Struktur der hochwärmedämmenden Ziegel innen wie außen erkennbar. Die Steinwand wurde lediglich weiß geschlämmt.

Einstöckig plus Steildach auf der Straßenseite, zweistöckig mit (annähernd) achem Dach auf der Gartenseite – beide Ansichten sind wohlproportioniert und stimmig. Vor allem zum Garten hin sind die neuen Funktionen erkennbar: Im Inneren ein um drei Stufen „tiefergelegtes“ Wohnzimmer, das nun direkten Zugang zur Gartenterrasse hat. Im Obergeschoss entstand ein neues Schlafzimmer mit Blick in den Garten. Das Dachgebälk im Altbau wurde geöffnet, wobei die Patina des freigelegten alten mit der Reinheit des neuen Holzes kontrastiert. Die vormals kleinen Kammern „atmen“ so gewissermaßen nach oben.

Auch die alte Treppe war noch funktionstüchtig, wurde nur aufgearbeitet und gibt die Zeitspuren preis – wie der gesamte Umbau. Technisch wurde der Bestand aber komplett saniert. Das pragmatische Konzept erscheint angemessen und schlug sich zudem in günstigen Baukosten nieder. Insgesamt wurden 120 m2 Wohn äche hinzu- gewonnen.

Fertigstellung 2015 (1930er)
Auftraggeber privat
Architekt / Planer Schoener und Panzer Architekten, BDA, Leipzig
Größe / Fläche 200 m2 (120m2)
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