Workshop & Gesprächsabend

Was bleibt? Auswahlstrategien für die Moderne

Johannes Warda

Blick vom Marler Rathaus mit Skulpturenmuseum Glaskasten (Jacob Behrend Bakema und Johannes Hendrik van den Broek, 1960–67, eingetragenes Baudenkmal) auf den Creiler Platz, 2016

THEMA

Kirchen, Schlösser und Fachwerkhäuser gelten heute unbestritten als Baudenkmale. Wie aber wird der Wert von Großwohnsiedlungen, Einkaufszentren oder Campus-Universitäten beurteilt? Zwei Drittel des Gebäudebestands in Deutschland wurden zwischen 1949 und 2000 errichtet, mehr als die Hälfte davon allein bis 1980. Wir nehmen einen Großteil der Architektur dieser Jahrzehnte vor allem als wenig sensible Eingriffe in den Stadtraum wahr, was sich auch darin zeigt, dass sie umgangssprachlich als „Betonklötze“ bezeichnet werden.

Die Denkmalämter sehen sich mit einer immensen Zahl moderner Gebäude konfrontiert, die es zu sichten, auszuwählen und zu bewerten gilt. Doch nach welchen Kriterien und Entscheidungsgrundlagen wird ausgewählt? Wie wird nach der Auswahl der Schutzumfang definiert? Wie beeinflusst der Schutz den Bestand in der Praxis? Und wer entscheidet eigentlich im Sinn des öffentlichen Interesses? Diese Entscheidungen bestimmen das materielle Fundament unseres kulturellen Gedächtnisses.

Der Verbund „W D W M – Welche Denkmale welcher Moderne?“ erforscht als Kooperationsprojekt der Bauhaus-Universität Weimar und der Technischen Universität Dortmund Methoden und Strategien, mithilfe derer die Denkmalpflege die Bauten der 1960er bis 80er Jahre erfasst und bewertet. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Bereichen Architektur, Denkmalpflege, Kunstgeschichte und sozialwissenschaftliche Stadtforschung befasst sich u.a. mit Bauwerken und Stadträumen der 1960er bis 1980er Jahre. In einer europäischen Vergleichsperspektive werden die besonderen Merkmale dieser Architekturepoche und die diesbezüglich bis heute geführten gesellschaftlichen Debatten untersucht.

WORKSHOP UND GESPRÄCHSABEND

Zum Abschluss der dreijährigen Forschungsarbeit widmet sich W D W M in einer Kooperation mit der Bundesstiftung Baukultur der übergreifenden Frage „Was bleibt von der Architektur der Spätmoderne?“ Neben einem internen Workshop findet dazu am Donnerstag, 19. Januar 2017 von 19 bis 22 Uhr ein öffentlicher Gesprächsabend mit Architekt*innen, Denkmalpfleger*innen und Wissenschaftler*innen statt, zu dem Interessierte herzlich eingeladen sind.

Um Anmeldung bis zum 15. Januar wird gebeten.

Veranstalter
Forschungsverbund "W D W M – Welche Denkmale welcher Moderne? Erfassen, Bewerten und Kommunizieren des baulichen Erbes des 20. Jahrhunderts"

19.01.2017, 19.00 Uhr - 22.00 Uhr

Bundesstiftung Baukultur & fabrik
Schiffbauergasse
14467 Potsdam
Deutschland