3. Baukultursalon

Stadt & Land – Planung und Gestaltung in ländlichen Räumen

Am 3. März 2015 nutzten wieder zahlreiche Gäste das Angebot des 3. Potsdamer Baukultursalons, gemeinsam mit geladenen Experten im Stiftungssitz über Planung und Gestaltung in ländlichen Räumen zu diskutieren. Das große öffentliche Interesse unterstreicht die Dringlichkeit, sich mit unseren ländlichen Räumen, ihren Funktionen und ihrer Gestalt auch in Zukunft verstärkt auseinandersetzen zu müssen. Die Bundesstiftung wird in 2015/16 weitere Diskussionen zum Thema Stadt & Land anregen.

Insbesondere vor dem Hintergrund des starken Wachstums der Großstädte scheinen die Belange des ländlichen Raumes nachrangig behandelt zu werden. Dabei gilt es, diese beiden Entwicklungen integrativ zu betrachten – denn die Städte erfahren stetigen Zuzug, der oft mit einer Schrumpfung des ländlichen Raums korreliert. Die Ausgangslage, betonten die Referenten, stellt sich für Planer und Gestalter dennoch grundlegend verschieden und in ländlichen Räumen oft als extrem komplex dar: Zum einen variieren ländliche Räume in ihrer Beschaffenheit stark, zum anderen treffen aktuelle strukturelle Veränderungen, wie z.B. die Energiewende das Land, womöglich noch stärker als die Stadt. Unterschiedliche Zuständigkeiten auf Bundes- und auf kommunaler Ebene sowie starre Aufgabenbereiche von Ressorts und Fachgebieten erschweren das integrierte Planen für ländliche Räume, so die Experten. Auch fehlt es den oft schrumpfenden Kommunen häufig an finanziellen Mitteln, und durch eng geschnürte Personalbudgets oftmals auch an planerischer Kompetenz. Insofern plädierten die Redner dafür, Probleme im Verbund zu bearbeiten und Projekte über Gemeinde- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg zu planen und durchzuführen. Dieses Vorgehen kann fördern, Dringlichkeiten zu erkennen und Projekten richtige Prioritäten zuzuorden.

Neben baulichen Umsetzungen gilt es zudem, verstärkt neue Konzepte zu entwickeln. Darüber hinaus wurde hervorgehoben, dass es dem Land nicht an Kreativität und Ideen fehle und sowohl der Zusammenhalt der Bevölkerung als auch die Durchsetzungskraft einzelner Akteure zum Gelingen vieler Vorhaben beitragen. Erfolgreiche Projekte zeichnen sich schon heute durch das Zusammenspiel von Fördermitteleinsatz und privatem Engagement aus. Gute Beispiele finden sich auch in anderen Ländern, die mögliche Anregungen für individuelle Lösungen vor Ort geben können. Einig waren sich bei der Veranstaltung aber alle Teilnehmer in dem Punkt, dass sowohl das Land die Stadt, aber besonders auch die Stadt das Land brauche und eine profunde Auseinandersetzung mit ländlichen Räumen und ihrer Zukunft daher essentiell sei.

Der Baukultursalon fand im Rahmen des Forschungsprojektes Baukultur konkret statt. Dieses wird unter Begleitung der Bundesstiftung Baukultur durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung durchgeführt.

In Diskussion:
Prof. Kerstin Gothe, Karlsruher Institut für Technologie
Dr. Harald Meyer, Planungsbüro Stadtlandschaft, Hannover
Prof. Mark Michaeli, Technische Universität München
Reiner Nagel, Bundesstiftung Baukultur
Hans-Joachim Stricker, Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg

Moderation: Dr. Anne Schmedding, Bundesstiftung Baukultur

Baukultursalons

Baukultursalon

Veranstalter
Bundesstiftung Baukultur

03.03.2015

Bundesstiftung Baukultur
Schiffbauergasse 3
14467 Potsdam
Deutschland