Präsentation Design Thinking

„Null-Hektar-Stadt“

© Bundesstiftung Baukultur

Zwischenpräsentation in HPI D-School

„Wie kann das Leben in der Stadt – mit einem Fokus auf Flächennutzung – schon heute zukunftsgerecht gestaltet werden? Finde innovative Ideen, um die Stadt von heute flächenschonend in die Zukunft zu führen!“

Das Problem des Flächenverbrauchs ist bekannt und erforscht. Rechtsgrundlagen wurden angepasst, Programme auf-, eine Vielzahl an Projekten umgesetzt. Auch aktuelle Trends – Stichwort Carsharing – können sich indirekt positiv auf eine veränderte Flächennutzung in der Stadt auswirken. Dennoch basieren einerseits gängige Wohnwünsche auf flächenintensiven Ansprüchen, andererseits wird in Deutschland im Alltag an vielen entscheidenden Stellen konträr zu „vernünftigen“ flächenschonenden Grundsätzen gehandelt – in der Folge nimmt die Siedlungs- und Verkehrsfläche stetig weiter zu.

Im Rahmen des Forschungsprojektes zu Flächenverbrauch und Baukultur der Bundesstiftung Baukultur und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt haben sich Studierende der Potsdamer HPI School of Design Thinking mit obiger Aufgabenstellung auf den Weg gemacht und neue Ideen zur Lösung des Umsetzungsdefizits entwickelt. Ihre Ergebnisse präsentieren sie öffentlich am 20. Februar 2018 ab 19 Uhr in der Bundesstiftung Baukultur in Potsdam. Seien Sie herzlich eingeladen und diskutieren Sie mit! 

Dienstag, 20. Februar 2018

18:30 Uhr
Ankommen der Gäste

19 Uhr
Begrüßung und Einführung
Reiner Nagel, Bundesstiftung Baukultur
Dr. Claudia Nicolai, HPI School of Design Thinking

19:20 Uhr
Präsentation der Arbeitsergebnisse
Studierende, HPI School of Design Thinking

20 Uhr
Rückfragen und Diskussion
u. a. mit Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt der Landeshauptstadt Potsdam

21 Uhr
Ausklang bei Getränken und Imbiss

 

Änderungen vorbehalten

YIMBY – eine Online-Plattform und weitere Ideen gegen Flächenverbrauch

Studierende der Potsdamer HPI School of Design Thinking präsentieren Projektergebnisse zur „Null-Hektar-Stadt“

Das Problem des Flächenverbrauchs ist bekannt und erforscht – nur scheint es, an der Umsetzung geeigneter Gegenstrategien zu hapern: die Siedlungs- und Verkehrsfläche nimmt stetig zu. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bearbeitet die Bundesstiftung Baukultur das Thema Flächenverbrauch seit 2017. Sie hat Studierenden der HPI School of Design Thinking daher die Aufgabe gestellt, Ideen zu entwickeln, wie die Stadt von heute flächenschonend in die Zukunft geführt werden kann. Die Präsentation fand am 20. Februar in Potsdam statt.

Beim Design Thinkings gehe es darum, Menschen in ihrem Alltagsumfeld abzuholen und ihre Bedürfnisse in den Fokus innovativer Entwicklungen zu stellen. Das erläuterte Dr. Claudia Nicolai, Academic Director der HPI School of Design Thinking, in einem einführenden Vortrag zur Methode "Design Thinking".

„Das Projekt mit der HPI D-School verstehen wir als Gegencheck: Haben wir bislang vielleicht das Offensichtliche übersehen, etwas Essentielles vergessen?“, sagte Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur. Die Antwort laute nein, doch hätten die Studierenden in der Kürze der acht Wochen Bearbeitungszeit zu interessanten Resultaten gefunden.

Die HPI-Studierenden haben Feldforschung betrieben und herausgefunden: Was Flächenverbrauch mit Ihrem Alltag zu tun hat, dessen sind sich die meisten Menschen gar nicht bewusst. Das komplexe Thema destillierten die Studenten daher zu konkreten Fragestellungen, die mit dem Alltag und den Wünschen der Menschen zu tun haben, und die das Thema Flächenverbrauch indirekt berühren.

Eine Idee lautete: Wenn wir weniger neue Einfamilienhaussiedlungen wollen, also weniger Flächenverbrauch, müssen wir jungen Familien ermöglichen, ihren Wunsch nach dem selbstbestimmten und kindergerechten „Wohnen im Grünen“ auch in der Stadt erfüllen zu können. Aus der Idee resultierte die Online-Plattform YIMBY: „Yes, in my backyard“. YIMBY soll Mieter und Vermieter, Nutzer und Interessenten zusammenbringen, die gemeinsam ihre direkte Umgebung lebenswerter gestalten wollen – zum Beispiel ihren Hinterhof.

Ein zweiter Ansatz der Studierenden war es, bei der Bildung von Schülern anzusetzen, um für das Thema Flächenverbrauch zu sensibilisieren. Mit spielerischen Methoden könnten Kinder so bereits früh darauf aufmerksam gemacht werden, wie bestimmte Verhaltensweisen mit Flächenverbrauch zusammenhängen – indirekt würden so auch die Eltern erreicht.

Auch die Idee einer Augmented-Reality-Brille für Bürgermeister wurde angeschnitten: Durch das dreidimensionale Visualisieren von baulichen Ideen und Projekten könnten Bürgermeister im Vorhinein abschätzen, wie ein Neubau sich auf die Umgebung auswirkt.

Die Studierenden erläuterten zudem die Möglichkeit, einen „Fußabdruck für Flächenverbrauch“ einzuführen, ähnlich dem des „CO2-Fußabdrucks“.

Aus dem Publikum kamen wertvolle Hinweise, so etwa durch Christian Keller. Der Präsident der Architektenkammer Brandenburg wies auf das Projekt „Stadtentdecker“ hin, mit dem Kinder und Jugendliche zu einer bewussten Wahrnehmung ihrer unmittelbaren Umgebung motiviert und angeleitet werden und ihre Ideen in einem partizipativen Prozess mit städtischen Entscheidern diskutiert werden. 

Veranstalter
Bundesstiftung Baukultur und Deutsche Bundesstiftung Umwelt

20.02.2018, 19.00

Bundesstiftung Baukultur
Schiffbauergasse 3
14467 Potsdam
Deutschland

Partner
DBU Zentrum für Umweltkommunikation