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Baukultur konkret

Gebaute Lebensräume der Zukunft: Stadt und Land
Bundesstiftung Baukultur

Das 21. Jahrhundert gilt als das Jahrhundert der Städte – seit 2005 leben 3,2 Mrd. Menschen in Städten, das entspricht nahezu 50 % der Weltbevölkerung. In Deutschland spielen Klein- und Mittelstädte sowie ländliche Räume eine wichtige Rolle, da hier etwa zwei Drittel der Bevölkerung auf 96 % der bundesdeutschen Gesamtfläche leben.

Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Fokussierung der Bundesstiftung Baukultur auf großstädtische Themen  unter der Überschrift „Lebensraum Stadt“ ist nun von Interesse, wie sich die Situation in ländlichen Räumen darstellt und was unsere Klein- und Mittelstädte ausmacht. Es wird untersucht, wo und wie die Menschen hier leben, wo sie arbeiten und wie sie sich bewegen. Zudem soll ermittelt werden, wie sich Leben und Strukturen, Gebäude, Orts- und Landschaftbilder auf dem Land heute darstellen, wenn agrarisch geprägte Orte, die bisher als Produktionsstätten für Nahrungsmittel, Holz und Energie fungierten, gleichzeitig Raum für Siedlung, Verkehr und Erholung bieten sollen.

Bundesstiftung Baukultur

Die Bundesstiftung sucht beispielhafte Lösungen, die verbreiteter Landflucht und Leerstand und den Herausforderungen des demografischen Wandels auf kluge und kreative Weise baulich begegnen. Oft prägen Anlagen erneuerbarer Energien den landschaftlichen Charakter, das Erscheinungsbild kleiner Gemeinden hingegen stellt ein fragiles Element baukultureller Identität dar. In der Auseinandersetzung mit dem Thema sucht die Bundesstiftung nach einem baukulturellen Ansatz, um unter Rücksichtnahme bestehender Strukturen den jüngsten Herausforderungen, die einen enormen Transformationsdruck darstellen, zukunftsfähig zu begegnen.

Dementsprechend analysiert die Bundesstiftung die Rahmenbedingungen für baukulturelles Schaffen im Land und wägt ab, wo Baukultur förderlich sein kann. Sie diskutiert das Thema in Fachgesprächen und vernetzt baukulturell engagierter Initiativen in ländlichen Räumen. Hierzu will die Bundesstiftung mit ihren Partnern die verantwortlichen Akteure auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zusammenführen und zu einem Dialog anregen. Für die Weiterführung dieses Austauschs entwickelt die Bundesstiftung entsprechende Formate, die auch in Grenzregionen und auf internationaler Ebene stattfinden.

Bundesstiftung Baukultur

Die Erkenntnisse aus dem Projekt fließen in den Baukulturbericht 2016/17 ein, der die ländlichen Räume sowie Klein- und Mittelstädte ins Blickfeld rückt. Der Baukulturbericht entsteht in enger inhaltlicher Zusammenarbeit mit vielen Partnern und Akteuren und wird ganz wesentlich in den Baukulturwerkstätten, die 2015 den Themen „Vitale Gemeinden“, „Infrastruktur und Landschaft“ sowie „Planungskultur und Prozessqualität“ gewidmet sind, erarbeitet Entsprechende Projekte und Initiativen aus den ländlichen Räumen und Klein- und Mittelstädten werden hier präsentiert.

Das Forschungsprojekt „Baukultur konkret“ wird unter Begleitung der Bundesstiftung Baukultur durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen des Forschungsprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (ExWoSt) durchgeführt.