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Baukultur und Fläche

Fotograph Gontek

Vom Flächenverbrauch und Bodenschutz gehen erhebliche Wirkungen auf den Klimawandel aus. In Städten und Quartieren nehmen Böden und offene Flächen vor dem Hintergrund der Anpassung an die Klimafolgen wichtige Funktionen wahr. Eine  Inanspruchnahme zu Erschließungs- und Siedlungszwecken sollte nach Möglichkeit vermieden werden oder in Synchronität zu baukulturellen Qualitäten erfolgen.

Im Jahr 2002 hat die Bundesregierung in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen, den Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. In der zweiten Januarwoche 2017 wurde die 30-ha-Marke mit dem Bundeskabinettsbeschluss zur "Neuauflage 2016 der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie" auf das Jahr 2030 korrigiert. Die bisherige Reduzierung der Flächeninanspruchnahme liegt im Vierjahresmittel noch immer bei 66 Hektar pro Tag und aufgrund der großen Wohnungsbedarfe bis 2030 ist gegenwärtig eher ein erneutes Anwachsen des Verbrauchs zu erwarten.

Gründe für das andauernde Umwandeln meist landwirtschaftlich genutzter Böden in Siedlungs- und Verkehrsfläche sind in erster Linie das stete Ausweisen von Einfamilienhaus- und Gewerbegebieten in wachsenden, aber auch schrumpfenden Kommunen sowie der Ausbau und die Erweiterung der Verkehrsinfrastruktur. Das Thema, seine Relevanz und die negativen ökologischen, ökonomischen, städtebaulichen und sozialen Folgen sind ausgiebig erforscht und allgemein bekannt. Trotz erheblicher wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und gesetzlicher Anstrengungen findet Flächenschonung in der täglichen Baupraxis jedoch noch zu wenig Beachtung und ein stärkerer handlungsbezogener Ansatz ist erforderlich.

In einem auf zwei Jahre angelegten Projekt bearbeitet die Bundesstiftung Baukultur gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt das Thema Flächenverbrauch im Spannungsfeld zwischen Baukultur, Innenentwicklung und nachhaltiger Infrastruktur. Ziel des Vorhabens ist es, das Nachhaltigkeitsthema eines reduzierten Flächenverbrauchs im Akteurskreis der Baukultur und bei Entscheidern vor Ort besser zu verankern und aufzuzeigen, wie mithilfe kluger Planungs- und Bauprozesse hierbei gleichzeitig ein baukultureller Mehrwert entsteht. Dafür sollen zum einen die bisherigen integrierten baukulturell relevanten Erkenntnisse zusammengeführt, aber auch innovative Lösungsstrategien jenseits der bekannten und etablierten Denkmuster durch Quer- und Zusammendenken entworfen werden. Die Ergebnisse werden als operationalisierte praxiswirksame Handreichungen für Politik, Verwaltung und Gesellschaft aufgearbeitet.


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