6. Bad Aiblinger Baukulturtage

Einfach und günstig umbauen

Die 6. Bad Aiblinger Baukulturtage widmen sich dem Umbau des Bestands und den dafür notwendigen baulichen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Im Fokus steht die Frage, wie sich Komplexität und Kosten reduzieren lassen, ohne gestalterische, funktionale und ökologische Qualitäten zu verlieren. Dazu sollen unter anderem Planung, Genehmigung und Umsetzung betrachtet und die größten Hebel für mehr Effizienz identifiziert werden. Ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Forschung, Praxis und Verwaltung stellen Projekte, Konzepte und Strategien vor und diskutieren Handlungsoptionen. Ergänzt wird das Symposium durch einen Rundgang im B&O Bau ForschungsQuartier, in dem beispielhafte Modellvorhaben als Referenzprojekte zum einfachen Bauen und Umbauen besichtigt werden.

Der zweite Veranstaltungstag mit geladenem Kreis von Fachteilnehmenden vertieft die Themen in Impulsen und einem Strategiegespräch zu den Rahmenbedingungen für ein einfaches, erleichtertes und kostengünstiges (Um-)Bauen.



Wenn Sie eine Unterkunft benötigen, wenden Sie sich bitte an das B&O Parkhotel. Hier haben wir Zimmerkontingente auf Selbstzahlerbasis reserviert:

B&O Parkhotel, Dietrich-Bonhoeffer-Str. 31, 83043 Bad Aibling

  • Homepage: www.bo-parkhotel.de
  • Tel.  +49 8061 38999-0
  • Email: service@bo-parkhotel[dot]de
  • Stichwort: „Bad Aiblinger Baukulturtage“
  • EZ/ Nacht inkl. Frühstück: 110,00 Euro

 

Programm

Montag, 28. September 2026 – Symposium mit Fachexkursion*

Gesprächsleitung: Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, Potsdam

ab 12.30 UhrEintreffen am Veranstaltungsort / Mittagsimbiss
13.30 Uhr

Begrüßung

Andreas Böhm, Vorsitzender des Aufsichtsrates, B&O Service SE, Bad Aibling / Vorsitzender des Beirates, B&O Bau GmbH, Bad Aibling

Staatsminister Christian Bernreiter, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, München

14.10 Uhr

Forschungsprojekt Einfach Um-Bauen der TU München – Teil 1

Prof. Florian Nagler, Lehrstuhlleitung Entwerfen und Konstruieren, TU München / Geschäftsführer Florian Nagler Architekten GmbH, München

14.30 Uhr

Forschungsprojekt Einfach Um-Bauen der TU München – Teil 2 

Prof. Thomas Auer, Lehrstuhlleitung Gebäudetechnik und klimagerechtes Bauen, TU München/ Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart 

14.50 Uhr

Um-Zwecken: Transformation des Klett-Areals in Stuttgart 

Prof. Piero Bruno, Bruno Fioretti Marquez GmbH, Berlin / Universität Stuttgart, Leiter des Instituts Wohnen und Entwerfen, Stuttgart

Andreas Hofer, Intendant/Geschäftsführer der Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart GmbH, Stuttgart

15.10 Uhr

Typengenehmigung im Wohnungsbau

Frank Ruckdäschel, Baudirektor, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen,

Bau und Verkehr, München 

15.30 Uhr

Vom Startfeld zum Wohnquartier: eine städtebauliche Transformation in Berlin-TXL

Gudrun Sack, Holzbau und nachhaltige Stadtentwicklung, Berlin

Prof. Matthias Haber, Gesellschafter Hild und K, München

16 Uhr

Vorstellung Schindelhaus

Prof. Florian Nagler, Lehrstuhlleitung Entwerfen und Konstruieren, TU München

Dr. Ernst Böhm, Gründer, B&O Gruppe, Bad Aibling

16.15 UhrGruppenfoto / Kaffeepause
16.45 Uhr

Führung auf dem B&O Bau ForschungsQuartier 

Führung A für Stammgäste / Führung B für neue Gäste / u.a. Kettenhäuser, Forschungshaus V, Schindelhaus

19 UhrGemeinsames Abendessen im B&O Parkhotel

 

* Bitte beachten Sie: Eine Anmeldung ist nur für den 28.09.2026, den ersten Tag der Baukulturtage, möglich. Am zweiten Tag findet ein nicht-öffentliches Fachgespräch statt.

 

 

Dokumentation

Die große Praxisnähe und Innovationskraft der Modellvorhaben des Forschungsquartiers in Bad Aibling beeindruckte die 130 Teilnehmenden der Baukulturtage. Der Fokus lag auf dem Umbau des Bestands. In Impulsvorträgen und moderierten Gesprächen mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten wurden die notwendigen baulichen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen diskutiert und vorgestellt. Dabei ging es auch um die Frage, wie sich Komplexität und Kosten reduzieren lassen, ohne gestalterische, funktionale und ökologische Qualitäten zu verlieren. Dazu wurden unter anderem Planung, Genehmigung und Umsetzung betrachtet und die größten Hebel für mehr Effizienz identifiziert.

Staatsminister Christian Bernreiter, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, München und Andreas Böhm, Vorsitzender des Aufsichtsrats von B&O Service, Vorsitzender des Beirates, B&O Bau, Bad Aibling begrüßten die Teilnehmenden. Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, übernahm die Gesprächsleitung von Symposium und Fachgespräch.

Staatsminister Christian Bernreiter, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, München, in seinem Grußwort: „Es passt sehr gut, dass heuer das Thema „Umbauen“ im Mittelpunkt der Baukulturtage steht. Als Staatsregierung setzen wir uns massiv dafür ein, dass Umbauen einfacher wird. Mit dem Bayerischen Bauturbo-Gesetz erleichtern wir insbesondere Brandschutz und Schallschutz und stellen klar, dass der Wohnungsbau im überragenden öffentlichen Interesse liegt. Die Erleichterungen für den Umbau werden unmittelbar im Gesetz geregelt, sodass es dafür keine Entscheidungen über Abweichungen mehr braucht. Generell ist der geförderte Wohnungsbau in Bayern eine Top-Priorität! Im Doppelhaushalt 2026/2027 stehen dafür insgesamt 3,6 Milliarden Euro zur Verfügung. Klar ist aber auch, dass der Staat den Wohnraumbedarf nicht allein decken kann. Der freifinanzierte Wohnungsbau muss weiter Fahrt aufnehmen! Deshalb setzen wir uns in Berlin massiv für Steuerentlastungen, verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten und einfachere Förderprogramme ein.“

Einblicke in Forschung und Verwaltung

Den Gebäudebestand sanieren, CO2-Emissionen verringern, ohne dabei die Kosten für die Warmmiete zu steigern - darum ging es in den Vorträgen von Prof. Florian Nagler, Lehrstuhlleitung Entwerfen und Konstruieren, TU München und Prof. Thomas Auer, Lehrstuhlleitung Gebäudetechnik und klimagerechtes Bauen, TU München. Beide stellten die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Einfach Umbauen“ vor, in dessen Rahmen Vorgehensweisen für das robuste und kostenneutrale Sanieren von typischen Bestandswohngebäuden der Baujahre 1950–1984 entwickelt wurden.

Frank Ruckdäschel, Baudirektor, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen Bau und Verkehr, ging auf die Besonderheiten der Typengenehmigung im Wohnungsbau ein, wie sie in der Bayerischen Bauordnung verankert ist.

Wegweisende Beispiele aus der Praxis

Die Transformation des Klett-Areals in Stuttgart hin zu einem belebten, grünen Unternehmensgelände erläuterte Prof. Piero Bruno, Bruno Fioretti Marquez/ Universität Stuttgart, Leiter des Instituts Wohnen und Entwerfen, gemeinsam mit Andreas Hofer, Intendant und Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart. Ebenfalls Einblicke aus der Praxis lieferten Gudrun Sack, Holzbau und nachhaltige Stadtentwicklung, Berlin, und Prof. Matthias Haber, Gesellschafter Hild und K, München, zu der städtebaulichen Transformation von Berlin-Tegel-TLX. 

Vor dem Rundgang im B&O Bau ForschungsQuartier erläuterte Prof. Florian Nagler und Dr. Ernst Böhm, Gründer, B&O Gruppe, Bad Aibling die Entwicklung und Bauweise des sogenannten Schindelhauses. Hier sind die Erfahrungen der bisherigen Forschungshäuser eingeflossen und um das Prinzip der Wiederverwendung von Baustoffen weiterentwickelt.

Andreas Böhm sagt: „Wir müssen unsere Städte und Gebäude weiterdenken und den Mut haben, uns an den Bestand zu trauen. Historisch durfte Architektur immer leben und wachsen: Frühere Generationen haben Gebäude ganz selbstverständlich erweitert und an veränderte Bedürfnisse angepasst. Statt Funktionen strikt zu trennen, sollten wir Veränderung auf dem Grundstück ebenso wie im gesamten Quartier wieder zulassen. Denn Umbau bedeutet auch: Anpassung an heute und morgen - Weiterentwicklung.“

Am zweiten Tag der Bad Aiblinger Baukulturtage diskutierten Experten und Expertinnen im Rahmen eines Fachgesprächs, wie kostengünstiger und gleichzeitig qualitativ hochwertiger Wohnraum durch Weiternutzung des Bestands geschaffen werden kann. Dabei stand auch das Einfache Bauen und Reduzierte Standards im Mittelpunkt. In ihrem Impulsvortrag gingen Vera Hartmann, Partnerin bei Sauerbruch Hutton und Dr. Friederike Münn, Geschäftsführerin, B&O Bau und Gebäudetechnik, Berlin, das neue B&O Quartier in Weissensee, Berlin vor. Gemeinsam mit einem Team von Bauhaus Erde wird der bestehende Firmensitz weiterentwickelt und Gebäude in Lehmbauweise ergänzt. Ralf Pimiskern, Abteilungsleiter DGNB Zertifizierung, lieferte einen weiteren Impuls durch seinen Vortrag zu Möglichkeiten der Zertifizierung des Bestands.

Reiner Nagel zieht ein positives Fazit und sagt: „Weniger kann oft zu mehr führen: zu mehr Raum- und Lebensqualität bei gleichzeitig geringerem Material- und damit auch Kosteneinsatz. Genau darin liegt eine große Chance des Umbaus und der Weiterentwicklung des Bestands. Die Diskussionen und Impulse während der Baukulturtage in Bad Aibling haben erneut gezeigt, wie viel Potenzial im einfachen Bauen und Umbauen steckt, gerade wenn es mit hochwertiger Gestaltung verbunden ist.“

Bad Aiblinger Baukulturtage

6. Bad Aiblinger Baukulturtage

Termin

28.09.2026, 12.30 – 20.00 Uhr

Ort

B&O Parkhotel
Dietrich-Bonhoeffer-Straße 31
83043 Bad Aibling
Deutschland

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