Handlungsempfehlungen
Fazit
Kernbotschaften des Baukulturberichts 2026/27
Mit der Phase Null die Basis für Baukultur legen! Erfolgreiche Projekte sind das Ergebnis zielgerichteter Zusammenarbeit. Wenn schon in der vorbereitenden Phase Null gestalterische Qualität zur durchgängigen Leitlinie wird, schaffen wir dauerhaft akzeptierte, vielfältig genutzte und gemeinschaftlich wertgeschätzte Räume.
- Gute Prozesse führen zu gelingenden Projekten!
Erfolgreiche Bauvorhaben entstehen, wenn Bauherrschaft und Planende Prozesse bewusst gestalten und Qualität langfristig sichern. Zentrale Weichenstellungen sind eine sorgfältige und vorausschauende Projektvorbereitung und eine konsequente Lebenszyklusbetrachtung.
- Gestaltungsqualität dauerhaft sichern!
Gestaltungsqualität muss strukturell gesichert werden. Qualitätsfragen müssen früh und verbindlich in Planung, Vergabe und Förderung integriert werden. Klare Qualitätsanforderungen, fachliche Beratung und modernisierte Verfahren stärken den Prozess.
- Baukulturelle Kompetenzen und umfassende Ausbildung stärken!
Baukultur und Handwerk müssen früh im Schulunterricht verankert werden. Ausbildungswege sind gleichwertiger auszurichten: Hochschulen sollten dazu interdisziplinäre, praxisnahe Lehrformate ausbauen. Das Handwerk sollte umgekehrt von der Einbindung und dem Ausbau von Gestaltungskompetenz in Praxis und Theorie profitieren.
Räume für Menschen gestalten! Gesundheit, Produktivität, Wohlbefinden und Sicherheit hängen wesentlich von der Gestaltqualität unserer gebauten Umwelt ab. Der Mensch ist mit allen Sinnen Empfänger von Gestaltung. Schönheit liegt dabei nicht allein in den Augen der Betrachtenden: Das Fehlen angemessener Gestaltung ist stressfördernd und störend.
- Gestaltung am Menschen ausrichten!
Die gebaute Umwelt wirkt unmittelbar auf uns als biologische Wesen. Deshalb müssen menschliche Bedürfnisse, wissenschaftliche Erkenntnisse und multidimensionale Gestaltungsansätze verbindlich in Planung und Baupraxis einfließen.
- Mit Städtebau und Stadtgrün Räume aufwerten!
Eine konsistente städtebauliche Idee verbindet Gebäude, Freiräume und Fehlstellen der Gesamtstadt zu einem schlüssigen Ganzen. Hochwertig gestaltete Freiräume verbessern Klima und Wohlbefinden. Stadtgrün und städtebauliche Strategien sichern so eine nachhaltige Entwicklung und die Aufwertung des Bestands.
- Materialbewusst und zukunftsfähig bauen!
Material prägt die Atmosphäre und Identität der gebauten Umwelt. Es braucht fundiertes Wissen über Materialqualitäten und handwerkliche Kompetenzen für einen professionellen Einsatz. Der gesellschaftliche Wandel erfordert zudem ausgereifte und flexible Gebäude. Forschung und Innovationen sind entscheidend, um zukunftsfähiges Bauen in der Breite zu ermöglichen.
Durch Baukultur den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken! Bauen muss über den privaten Nutzen hinaus dem Gemeinwohl dienen und Orte schaffen, an denen Menschen gut leben und sich begegnen können. Dafür braucht es angemessene Gestaltung, Zusammenarbeit und klare Qualitätsansprüche. Baukultur wird hier zum verbindenden Element unserer Demokratie.
- Räume für Demokratie schaffen!
Öffentliche Bauvorhaben prägen das Bild unserer Demokratie. Sie müssen Transparenz, Teilhabe und Gemeinwohl unterstützen und höchste architektonische, ökologische und soziale Standards erfüllen. Als Vorbilder gestalten Bund, Länder und Kommunen Orte, die Austausch ermöglichen, Identität stiften und demokratische Kultur im Alltag erfahrbar machen.
- Austausch und Zusammenleben fördern!
Begegnungsorte sind entscheidend für sozialen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe. Ob Nachbarschaftstreff, Bibliothek, Park oder gemeinschaftliches Wohnen – gut gestaltete und gepflegte Räume geben Menschen Halt, fördern Engagement und beleben Stadt und Land.
- Mit Baukultur gesellschaftliche Verantwortung übernehmen!
Zivilgesellschaftliches Engagement stärkt Vertrauen, Zusammenhalt und Demokratie. Wenn Menschen erleben, dass ihre Ideen gehört und sichtbar werden, wächst ihre Bereitschaft, Städte, Orte und Nachbarschaften aktiv mitzugestalten. Politik und Verwaltung müssen Beteiligung erleichtern, Initiativen unterstützen und Räume öffnen, damit gemeinsames Handeln gelingt.