Der Klimawandel stellt Städte weltweit vor enorme Herausforderungen. Zunehmende Hitze und Trockenheit erfordern neue Strategien für lebenswerte urbane Räume. Ein Beitrag dazu kann die Begrünung von Straßen und Plätzen sein – etwa mit besonders widerstandsfähigen und schattenspendenden Stadtbäumen. Darauf macht die Bundesstiftung Baukultur aufmerksam und legt beim Konvent der Baukultur am 10. und 11. Juni in Potsdam ein temporäres „Klimawäldchen“ mit den Bäumen der Zukunft an.
Anlass ist die Vorstellung des neuen Baukulturberichts „Gestalten – Prozesse, Bauen, Zusammenhalt“. Darin geht es um die gute und zukunftsfähige Gestaltung unserer Städte durch die konsequente Verbindung von Städtebau und Stadtgrün und die Schaffung von Begegnungsräumen für den sozialen Zusammenhalt.
Wie das gelingen kann, zeigt die Bundesstiftung Baukultur mit Unterstützung der Baumschule Bruns Pflanzen aus Bad Zwischenahn mit einer Ausstellung von Zukunftsbäumen auf dem Schirrhof im Kulturquartier Schiffbauergasse. Schattenspender wie der nordamerikanische Lederhülsenbaum oder hitzebeständige Arten wie der Eisenholzbaum aus dem Kaukasus stehen exemplarisch für eine neue Generation von Stadtbäumen, die den veränderten klimatischen Bedingungen besser standhalten und in Zukunft häufiger im Stadtbild zu sehen sein könnten.
In einer weiteren Ausstellung haben Studierende, Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler unter dem Titel „30 m³ Baukultur – Macht was draus!“ Ideen für Klimaanpassung und soziales Miteinander gebaut, darunter Aufenthaltsorte mit Nebelbrunnen zum Abkühlen oder schattige Treffpunkte mit Pflanzkübeln. Alle Installationen veranschaulichen, wie Baukultur im Kleinen funktioniert.
Im Rahmenprogramm der zweitägigen Veranstaltung gibt es außerdem einen Marktplatz der Initiativen, Musik und Tanzaufführungen der Potsdamer Oxymoron Dance Company. Im Mittelpunkt des Konvents steht der fachliche Austausch mit offenen Diskussionsforen und Vorträgen von bekannten Fachleuten wie dem Mediziner und Stressforscher Prof. Dr. med. Mazda Adli, der Architektin Hon. Prof. Anna Heringer sowie des italienischen Architekten und Architekturtheoretikers Prof. em. Dr. Vittorio Magnago Lampugnani.
Der Konvent der Baukultur findet alle zwei Jahre statt und bietet eine Plattform für fachübergreifende Debatten zu aktuellen Themen der Baukultur. Er richtet sich an ein breites Fachpublikum und an die interessierte Öffentlichkeit.