Pressebericht 18.12.2020

Bremerhavener Memorandum übergeben

Foto v.l.n.r.: Nils Schnorrenberger (Geschäftsführer BIS), Melf Grantz (Oberbürgermeister Stadt Bremerhaven), Reiner Nagel (Vorstandsvorsitzender Bundesstiftung Baukultur, © Bundesstiftung Baukultur, Teresa Deckert) 

Die Aufwertung öffentlicher Räume und ein daraus resultierender Stadtumbau können Motor der Stadtentwicklung sein. Baukultur ist in der Lage gleichzeitig gesellschaftspolitischen und standortpolitischen Nutzen zu stiften. Wenn sich diese Aktivitäten, wie im Fall Bremerhavens auf ein bevorstehendes rundes Jubiläum als Zieljahr ausrichten – dem 200. Gründungsjahr 2027 – kann der baukulturelle Ausnahmezustand eine zusätzliche Dynamik entfalten. Dies waren die zentralen Erkenntnisse der diesjährigen Baukulturwerkstatt in Bremerhaven, die jetzt in das gleichnamige Memorandum eingeflossen sind. Es richtet sich an die norddeutsche Küstenstadt und an alle Gemeinden, mit vergleichbar großen Chancen, Baukultur als Handlungsebene aktiv zu nutzen.

Am Freitag, den 11. Dezember übergab Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur das Bremerhavener Memorandum an Melf Grantz, den Oberbürgermeister der Stadt Bremerhaven und Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH.

Das Bremerhavener Memorandum basiert auf der Baukulturwerkstatt „Öffentliche Räume als Motor der Stadtentwicklung“, die am 3. und 4. September als fachübergreifende Kooperation der Bundesstiftung Baukultur und der BIS – Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH in Bremerhaven stattfand. Bremerhaven verbindet seit vielen Jahren seine Stadtentwicklung mit dem Umbau und der Aufwertung öffentlicher Räume. Dies geschieht in der Erkenntnis, dass Flächenverbrauch und -nutzung direkte Funktionen des Klimaschutzes darstellen und die durch das Alfred-Wegener-Institut (AWI), das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES) und das Klimahaus mit der Deutschen Klimastiftung gegebene Standortkompetenz Bremerhavens konsequent ausbauen. Die Stadt ist insofern gleichermaßen Ideengeber und Referenz als auch Adressat der Ergebnisse. 

Das Memorandum beinhaltet 10 Handlungsempfehlungen, der Nutzbarmachung öffentlicher Räume für die künftige Stadtentwicklung. Reiner Nagel empfahl Melf Grantz, die Umsetzung der Handlungsempfehlungen mit direkten Zielsetzungen und Maßnahmen für ein baukulturelle Zieljahr 2027 zu verbinden. Bis zum dann stattfindenden 200. Stadtjubiläum, könne ein Ausnahmezustand auf Zeit die Stadtentwicklung positiv befördern. Er wies auf gelungene Beispiele für solche mit Stadtjubiläen verknüpften Vorhaben hin. So verband die Stadt Karlsruhe ihr 300. Stadtjubiläum mit der Erarbeitung eines räumlichen Leitbilds zum „Masterplan Karlsruhe 2015“, oder die Stadt Friedrichshafen, die ihren 200. Geburtstag 2011 zum Anlass für einen städtischen Planungskodex nahm. Mehr zu diesen Beispielen finden Sie im beigefügten Dokument. 

Melf Grantz, Oberbürgermeister der Stadt Bremerhaven, nannte vor allem das Werftquartier und die Innenstadt als aktuelle Herausforderungen. In seinen Augen spiegelt das Memorandum viele gute Ideen wieder und enthält den Aufruf, im Hinblick auf das Stadtjubiläum 2027 die verschiedenen städtischen Planungen und Konzepte noch besser miteinander zu verzahnen. 

Nils Schnorrenberger ergänzte, dass aktuell mit renommierten, internationalen Planungsbüros am Werfquartier und an einem zeitgemäßen Innenstadtkonzept gearbeitet werde und dass die Kooperation mit der Bundesstiftung die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH darin bestärken würde, weiterhin daran zu arbeiten, Bremerhaven zu einem auch baukulturell attraktiven Wohn-, Wissenschafts-, Kultur- und Einzelhandelsstandort auszubauen.