Bildung

Baukulturvermittlung

Bundesstiftung Baukultur

Baukultur vermitteln

Baukulturelle Bildung in der breiten Öffentlichkeit gewinnt angesichts der zunehmend gewünschten und eingeforderten Einbindung der Bevölkerung bei Bauvorhaben an Bedeutung. Die Beteiligung von Bürgern bei der Planung ihrer Umwelt setzt jedoch ein Verständnis für Planungs- und Bauprozesse voraus, das eine Sensibilisierung sowohl für gestalterische Aspekte als auch für rahmensetzende Einflussfaktoren umfasst.

Vor diesem Hintergrund spielt die Vermittlung von Kompetenzen für die Wahrnehmung von Baukultur in Schulen und Kindertagesstätten, aber auch an Hochschulen, eine zunehmend wichtige Rolle. Positiv wirken entsprechende Projekte – wie beispielsweise die Initiative „Architektur macht Schule“ von zwölf Architektenkammern der Länder sowie der Bundesarchitektenkammer – durch das Engagement interessierter Pädagogen, der Verbände sowie fachnaher Vereine. Die Aktivitäten reichen von Schulprojekten mit Architekten über die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien und die Lehrerfortbildung bis hin zu politischen Initiativen. Neben den Kammern entwickeln auch Stiftungen wie Wüstenrot, Siemens, Mercator, die Montag Stiftung oder die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung übertragbare Mentorenmodelle sowie Lehrmaterialien und verknüpfen Schulbauplanung mit baukulturellen Bildungsfragen.

Die Bundesstiftung Baukultur führte in Zusammenarbeit mit dem Förderverein, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Bundesarchitektenkammer die Netzwerkkampagne bauTraum durch. Ziel der Kampagne war es, Kindern und Jugendlichen ihre gebaute Umwelt ins Bewusstsein zu rufen und ihr Interesse für Baukultur zu wecken. Mit mehr als 500 Akteuren und über 350 Aktivitäten leistete die Kampagne vom 1. Februar bis 12. September 2010 einen Beitrag zur Zukunft der baukulturellen Bildung.

Mit den Handlungsempfehlungen des Baukulturberichts richtet sich die Bundesstiftung an alle Akteure des Bauprozesses. Dabei werden sie unter anderem aufgefordert, als Vorbild zu fungieren und Entscheidungsprozesse und werthaltige Ergebnisse auszustellen und zu veröffentlichen, wie zum Beispiel beim Kunst-am-Bau-Programm des Bundes, das Deutschlands Bekenntnis zu Kunst und Kultur nach außen sichtbar macht.

Die Vermittlung der baukulturellen Identität öffentlicher Räume kann auch durch Ausstellungen, Stadtspaziergänge und Stadtmodelle gefördert werden. Die öffentliche Hand – also Bund, Länder und Kommunen – sollen die baukulturelle Bildung fördern und verbessern, indem sie in der Schulbildung die Sensibilisierung und Fähigkeit für die Wahrnehmung der gebauten Umwelt vermitteln. Dazu sollte auch die Etablierung einer Baukulturpädagogik im Rahmen allgemeiner Lehrinhalte zählen. Die Bundesstiftung appelliert zudem an die Hochschulen, ihre technischen, künstlerischen und immobilienwirtschaftlichen Studiengänge interdisziplinär zu verknüpfen und baukulturell, zum Beispiel im Rahmen eines Projektstudiums, aus- bzw. weiterzubilden.