31.03.2020, 10 Uhr

Kulturbauten: Das Kulturzentrum „kult“ im Münsterland

Kulturbau mit Baukultur
© Brigida Gonzalez / Pool Leber Arch

Für Aufsehen in der Architekturwelt hat das kleine Städtchen Vreden im westlichen Münsterland mit dem Neubau seines Kulturzentrums „kult“ gesorgt. Am Rande des mittelalterlichen Stadtkerns entstand 2017 ein Ensemble, das sich am historischen Stadtgefüge orientiert und gleichzeitig einen architektonischen Akzent setzt. Der Bau beherbergt neben dem Westmünsterland Museum die Kulturverwaltung, das Stadt- und Kreisarchiv sowie das Landeskundliche Institut.

Auf dem Grundstück, auf dem das Zentrum entstehen sollte, fanden die Planer von Pool Leber Architekten (München) ein bauliches Sammelsurium aus verschiedenen Epochen vor: Neben einem denkmalgeschützten Armenhaus aus dem 16. Jahrhundert gab es dort zwei Bauten aus den 1970er- und 80er-Jahren, die das damalige Kreismuseum beherbergten. Behutsam wurden alle drei Häuser in das Ensemble integriert und um Neubauten ergänzt.

Für ein stimmiges Gesamtbild wurden alle Baukörper mit einer Fassade aus beige-grauen Kohlebrand-Ziegeln versehen. Je nach Gebäudeteil changiert der Farbton der Ziegel. Details aus den Altbauten wurden aufgenommen und neu interpretiert. Unterschiedliche Dachformen und Versprünge in der Fassade lassen das Ensemble wie eine kleine Stadt in der Stadt wirken. Herzstück des Kulturzentrums ist das dreigeschossige, helle Eingangsfoyer, an das sich ein Veranstaltungsraum, das Stadtmarketing, Shop und Café angliedern. Die Gestaltung wirkt kühl, aber nicht unfreundlich: Sichtbeton trifft auf Holz, Grau auf Weiß und gelbe Akzente. Dank der guten Akustik finden im Foyer immer wieder Lesungen und Konzerte statt.

Das „kult“ als lebendiges Zentrum der Stadt Vreden ist Beispiel dafür, wie mit guter Baukultur ein Leuchtturm für ländliche Regionen entstehen kann: Dank moderner Architektur und Angeboten für alle Generationen stärkt das Kulturzentrum das Gesamtprofil der Region und fördert das Zugehörigkeitsgefühl ihrer Bewohnerinnen und Bewohner.

Text: Sabrina Ginter