Vielfalt gestalten – Junges Engagement als Impulsgeber zum Offenen Forum Baukultur 2026
Wie wird Baukultur zukunftsfähig? Indem sie den Nachwuchs einlädt und ihm dauerhaft Raum zur Mitgestaltung gibt – und zwar in Strukturen, Prozessen und gebauten Ergebnissen. Beim Offenen Forum Baukultur 2026 in Stuttgart stand Baukultur als gemeinsame Aufgabe einer neuen Generation im Mittelpunkt. Die Veranstaltung, organisiert vom Förderverein der Bundesstiftung Baukultur, machte unter dem Titel „Vielfältig für Baukultur“ deutlich, wie entscheidend junges Engagement für Planung, Gestaltung und die Zukunft der Baukultur ist.
Junges Engagement konkret stärken und sichtbar machen
Nachwuchs ist integraler Bestandteil von Baukultur. Dieser Leitgedanken machte deutlich, wie junge Perspektiven systematisch eingebunden werden können. Baukultur entsteht in einer dynamischen Gesellschaft und gerade junge Akteurinnen und Akteure bringen neue Sichtweisen auf Materialität, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung ein. Räume sind nicht neutral, ebenso wenig sind es Planungsprozesse. Umso wichtiger ist es, Zugänge zu schaffen, Mitwirkung zu ermöglichen und die Sichtbarkeit zu erhöhen. Nach der Einführung durch Silja Schade-Bünsow, Geschäftsführerin des Fördervereins Bundesstiftung Baukultur e.V., folgten Impulse aus Theorie und Praxis, die die Vielfalt von Baukultur abbilden:
- Prof. Karsten U. Tichelmann, TU Darmstadt, und Prof. Katja Benfer, Leibniz Universität Hannover, beide zugleich Vorstandsmitglieder im Förderverein Bundesstiftung Baukultur e.V., zeigten Perspektiven und Herausforderungen der Nachwuchsförderung in der akademischen Lehre.
- Mirjam Schnapper, Netzwerk JunAS der Architektenkammer Baden-Württemberg, gab Einblicke in die Rolle junger Mitglieder innerhalb institutioneller Strukturen.
- Mareike Beermann, junges Mitglied im Förderverein Bundesstiftung Baukultur e.V. und Baukultur-Talent zeigte wie der Berufseinstieg zu meistern ist.
- Nikola Bisevac, TU Darmstadt, Institut für Konstruktives Gestalten und Baukonstruktion, beleuchtete den Beitrag digitaler Planung und additiver Fertigung zu einer nachhaltigen Baukultur.
- Aida Nejad und Isabelle Willnauer, Projekt „Super Places“ im Auftrag der Wüstenrot Stiftung, präsentierten ein Werkzeug, das partizipative Stadtentwicklung mit Jugendlichen niedrigschwellig ermöglicht.
- Adrian Sauer und Tim Gebhardt, Gewinnerprojekt des Nachwuchswettbewerbs „10 m² Baukultur“, zeigten, wie aus einem experimentellen Wettbewerbsformat konkrete Projekte entstehen und Netzwerke Türen öffnen.
Technologie, Haltung und neue Formen der Zusammenarbeit
Technologische Innovationen, etwa digitale Planungsmethoden oder additive Fertigung eröffnen neue Möglichkeiten. Gleichzeitig ersetzen sie nicht die gestalterische Haltung, sondern fordern diese heraus. Baukultur entsteht im Zusammenspiel von technischem Fortschritt, kritischem Denken und gesellschaftlicher Verantwortung.
Zugleich formulierte der Nachwuchs klare Anforderungen: bessere Zugänge zu Wettbewerben, stärkere Präsenz in öffentlichen Diskursen und verbindliche Beteiligung in Entscheidungsprozessen.
Netzwerke und Partizipation als Schlüssel
Ein zentrales Ergebnis des Forums war die Bedeutung von Netzwerken, Austauschformaten und Kooperationen. Partizipative Projekte und neue Formen der Zusammenarbeit zeigen, wie junge Menschen Planungsprozesse aktiv mitgestalten, Räume verbessern und Vertrauen in demokratische Prozesse stärken.
Gemeinsame Perspektive für die Zukunft
Nachwuchs fördert Baukultur. Baukultur fördert Nachwuchs. Der Beitrag von Reiner Nagel unterstrich die zentralen Erkenntnisse: Baukultur und Nachwuchs stehen im wechselseitigen Verhältnis. Baukultur ist eine gesellschaftliche Aufgabe, stärkt Positionen und schafft nachhaltige Verbindungen zwischen Generationen und Disziplinen.
Das Offene Forum Baukultur 2026 war somit Impulsgeber für strukturelle Veränderungen: Baukultur wirkt dann am stärksten, wenn sie junge Menschen beteiligt und ihnen Verantwortung überträgt.
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