Baukultur wirkt weltweit
Die Bundesstiftung war am 21. August auf Einladung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) auf der Kulturbühne des Deutschen Pavillons Gastgeberin eines zweistündigen Symposiums zur Zukunft des Planen und Bauens.
„How will we live together?“ war die Fragestellung der Architekturbiennale 2021 in Venedig. Ähnlich grundsätzlich lautet das Thema „Designing future Society for our Lives“ der laufenden Weltausstellung EXPO2025 in Osaka. Während sich der Deutsche Pavillon ganz dem Thema der Kreislaufwirtschaft widmet, konnte die Bundesstiftung mit ihren Kooperationspartnern „New bauhaus“ der Messe Erfurt und dem Thüringer Bündnis „Holz21-regio“ der Fachhochschule Erfurt den Transformationsbedarf für die Zukunft des Bauens beleuchten.
Die EXPO selbst, auf einer künstlich angelegten ehemaligen Müllinsel im Hafen gelegen, wirkt durch die große Präsenz von Holz und anderen klimaverträglichen Baustoffen wie eine Bauausstellung. Besonders beeindruckend ist der schattenspendende „Grand Ring“, eine zwei Kilometer umfassende Holzskulptur, deren Dach mit beeindruckenden Ausblicken auf das Expogelände als Promenade begehbar ist. Das derzeit größte Holzbauwerk der Welt schafft die räumliche und thematische Struktur und Kulisse für das EXPO-Gelände.
158 Nationen und Regionen sind auf der EXPO vertreten, zum Teil mit spannend inszenierten Auftritten. Der Deutsche Pavillon ist sympatisch nahbar und mit dem großen Grünanteil direkt kompatibel mit Aufenthalt und menschlichem Maßstab. Das ist sicher selbst ein zentraler Beitrag zum EXPO-Thema.
Nach der Eröffnung durch Michael Jehle, Pressesprecher des Deutschen Generalkonsulats Kobe/Osaka, konnten die Bundesstiftung Baukultur und ihre Partner auf dem Podium den ganzheitlichen Ansatz der Baukultur deutlich machen – von der Leipzig Charta und dem neuen Format „New bauhaus“, das der ehemalige Bundes- und Landesstaatssekretär Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup vorstellte, über das erfolgreiche Thüringer Praxisbeispiel Holz-21-regio, erläutert durch die Projektverantwortlichen Prof. Erik Findeisen und Sandra Hillesheim, bei dem eine regionale Kreislaufwirtschaft beim Bauen mit Holz direkt und konsequent umgesetzt wird, bis zur Skalierung dieser Ansätze in dem international bekannten Referenzprojekt der HafenCity Hamburg mit dem „Moringa“ und anderen modellhaften Bauvorhaben.
Gerade hier wurde nochmal deutlich, dass die Handlungsebene Städtebau als Beitrag zum EXPO Thema „Designing future Society for our Lives“ zentral ist. Mehr noch als durch Materiallabore entscheidet sich die Lebensqualität unserer Zukunft in gebauten Räumen. Hier konnte die Stiftung mit ihrem Motto „Spaces shape People – People shape Spaces“ überzeugen und eine breite Zustimmung des überwiegend japanischen Publikums erfahren.
Die von Reiner Nagel moderierte Debatte thematisierte auch nochmal das Thema erfolgreicher Kommunikationsstrategien. Hier empfahl Annika Schienbein, Masterstudentin für strategische Kommunikation und derzeit Hospitantin beim Deutschen Generalkonsulat, immer aus Betroffenenperspektive des Adressaten zu argumentieren und ausschließlich über das gute Beispiel.
Sicher ist es nicht einfach und nie vollständig, ein punktuelles Themensymposium unter den Ausstellungsbedingungen einer Weltausstellung zu bilanzieren. Es wurde jedoch mehr als deutlich, dass die Themen, mit denen sich die Stiftung unter dem ganzheitlichen Begriff der Baukultur befasst, und ihre thematsiche Bündelung in dem neuen Format „New bauhaus“ nicht nur in Europa und Deutschland, sondern weltweit relevant sind.