Umsetzung

Baukulturbericht 2020/21

Aufbauend auf der Einschätzung zur aktuellen Lage der Baukultur in Deutschland bearbeitet der Baukulturbericht 2020/21 das Schwerpunktthema der öffentlichen Räume. Die Stiftung folgt dabei den Empfehlungen des Stiftungsrats und einem Beschluss des Bundestags (Bundestagsdrucksachen 19/5300 und 19/11191). Dem Bundestag war es besonders wichtig, dass der Bericht Themen wie „nachhaltige Pflege und Gestaltung von Grünanlagen“, die „öffentliche Daseinsvorsorge“ oder „neue Mobilität“ behandelt und das Fokusthema „öffentliche Räume“ auch in den Folgeberichten stets berücksichtigt wird. Der Baukulturbericht 2020/21 trifft damit auf eine aktive Erwartungshaltung von Politik und Verwaltung, Baukultur zum Anliegen in öffentlichen Räumen zu machen.

Expertenwissen
Der Baukulturbericht wurde mithilfe vieler Experten und sachbezogener Erfahrungen systematisch erarbeitet. Neben dem Stiftungsrat wurde die Bundesstiftung von ihrem Beirat, einem Expertenkreis unterschiedlicher Disziplinen, begleitet. Die Grundlagen für den Bericht erstellte ein Kompetenzteam der Bundesstiftung. Auf dieser Basis fanden die zentralen Baukulturwerkstätten und eine Reihe von Fachgesprächen und Baukultursalons statt. Bei den Baukulturwerkstätten, an denen mehrere hundert Bauschaffende verschiedener Disziplinen teilnahmen, wurden verschiedene Aspekte öffentlicher Räume in den Fokus genommen: „Städtebau und öffentliche Räume“ in Weimar und Erfurt, „Infrastruktur und Elemente“ in Köln und „Demokratie und Prozesskultur“ in Ulm.

Umfragen
Die wissensbezogenen Grundlagen wurden durch drei Umfragen der Bundesstiftung erweitert: eine Bevölkerungsbefragung, eine Befragung von Städten und Gemeinden sowie eine Befragung der Industrie- und Handelskammern, stellvertretend für ihre Mitglieder. Zusätzlich beauftragte die Stiftung eine immobilienwirtschaftliche Machbarkeitsstudie zu Erdgeschossnutzungen (Bulwiengesa in Kooperation mit Unternehmen der Immobilienwirtschaft) und eine Studie zur Funktion öffentlicher Räume in Kleinstädten und auf dem Land (Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung). Die grafische Aufbereitung von Umfrageergebnissen und inhaltlichen Zusammenhängen erleichtert den Einstieg in das vielschichtige und in seinen Auswirkungen auf unsere alltägliche Lebenswelt bedeutsame Thema der öffentlichen Räume.

Projektbeispiele
Als verbindendes und ergänzendes Element werden Projektbeispiele in Bild und Text vorgestellt. Die Bundesstiftung nimmt ihren Kommunikationsauftrag wahr, indem sie das gute Beispiel als Inspiration und Referenz nutzt. Mithilfe einer bundesweiten Recherche sind zwölf Projektbeispiele ausgewählt worden, die in den Baukulturwerkstätten behandelt wurden, und die sich nun als Projektsteckbriefe mit Nennung aller Akteure im Baukulturbericht finden. Sie sind Trittsteine, auf denen generelle Erkenntnisse und Empfehlungen konkret werden. Vom gesellschaftlichen Anliegen bis zur sprichwörtlichen Erdung in der Realität wird damit das komplexe Feld öffentlicher Räume beschrieben, in dem Baukultur als Handlungsebene positiv wirksam wird.