Fritzlar, Hessen

Vitalisierung der Altstadt und Ortskerne

Fritzlar, bekannt als „Dom- und Kaiserstadt“, hat ca. 15.000 Einwohner verteilt auf 10 Stadtteile. In der Kernstadt ist die Leerstandsquote gering, aber in den einzelnen Stadtteilen ist es der schleichende Prozess des Hofsterbens, der viele, meist landwirtschaftliche Nutzgebäude, leer stehen lässt. Die meist älteren Bewohner orientieren sich zunehmend Richtung Kernstadt, wo sie eine Versorgung und bessere Infrastruktur vorfinden. Die Stadt Fritzlar hat in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege beschlossen, eine modellhafte Bestandsaufnahme zur Schaffung von Planungsgrundlagen zu erarbeiten, auf deren Basis Rahmenpläne zur zukunftsfähigen Entwicklung der Kernbereiche entstehen können.

Zwei Bausteine dieser Planungsgrundlage sind die Bewohnerumfragen und die Hauskarten. Neben einer Reihe statistischer Daten, wie Flächen und Raumgrößen, beruhen die meisten Angaben in den Hauskarten auf dem persönlichen Gespräch und der individuellen Mitarbeit der Eigentümer. So sind nicht nur Sanierungsvorschläge, sondern auch Handlungsempfehlungen für eine weitergehende Nutzung der Gebäude im Sinne einer Belebung der Kernbereiche erarbeitet worden.

Die Eigentümer bekommen eine für sie kostenlose „Handlungsempfehlung“, die bereits mit der Bauaufsicht und der Denkmalpflege abgestimmt wurde. Hierdurch stellt sich auch die Denkmalpflege in den konstruktiven Dialog und kann ihre Belange in den Kontext einer aktiven Lösungssuche für die Erhaltung von historischen Bauwerken einbringen.

Dieses Projekt wurde im Rahmen der Baukulturwerkstätten 2015 in Kassel erörtert.

Nutzungen
Wohnen
ländliche Räume