Bauhaussiedlung Schlieper, Iserlohn

Selbst sanieren statt Abrissbirne

Die IGW-Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH ist Eigentümerin einer Siedlung der 1920er-Jahre in Iserlohn, die als Notwohnungen für Erwerbslose errichtet wurde. Der sogenannte „Schlieperblock“ war dem überwiegenden Teil der Iserlohner Bevölkerung als Beispiel für prekäre Lebensumstände bekannt und litt unter dem sehr negativen Image. Aufgrund der hohen Leerstandszahlen und der baulichen Mängel wurde 2008 der Abriss der Gebäude beantragt. Verschiedene Untersuchungen und Konzepte wiesen ein ums andere Mal die Unwirtschaftlichkeit eines Erhalts der Siedlung nach.

Erst ein neuer Anlauf im Jahr 2013 zusammen mit dem Architekturbüro Kissing aus Iserlohn brachte ein Konzept hervor, das einen weitestgehenden Erhalt im Sinne des Denkmalschutzes und eine gleichzeitig wirtschaftliche Lösung für die IGW miteinander vereint.

Ein Teil der Gebäude verbleibt im Eigentum der IGW und wird derzeit zu 12 Mietwohnungen mit eigenen Gärten, teilweise barrierefrei und mit KfW- Effizienzhaus-Standard kernsaniert. Die übrigen 17 Reihenhaustypen werden als sogenannte „Ausbauhäuser“ an Einzelerwerber veräußert: Außen denkmalgerecht durch die IGW saniert, können die Käufer ihr Haus innen selbst gestalten. Parallel erfolgt eine vollständige Neugestaltung des Wohnumfeldes. Diese Kombination in Verbindung mit Fördermitteln macht die arbeits- und investitionsintensive Wandlung des „verrufenen Schlieperblocks“ zur zukunftsfähigen „Bauhaussiedlung Schlieper“ erst möglich.

Dieses Projekt wurde im Rahmen der Baukulturwerkstatt "Umbaukultur" in Bochum vorgestellt.

Fertigstellung Oktober 2017 
Auftraggeber IGW – Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH
Architekt / Planer

Architekturbüro Manfred Kissing, Iserlohn

Größe / Fläche 7.200 qm gesamte Projektfläche
Baukosten brutto 3.650.000 €  
Nutzungen Wohnen

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