Bürger- und Konzerthaus Blaibach, Bayern

Ortskernrevitalisierung

Das Konzerthaus ist das Herzstück der städtebaulichen Maßnahme, mit der der Ortskern von Blaibach revitalisiert wird. Es befindet sich neben dem neuen Bürgerhaus und komplettiert mit der Anlage eines neuen Dorfplatzes das mit Mitteln der Städtebauförderung realisierte Bauvorhaben.
Das Konzerthaus ist ein Solitär aus Beton, der sich mit seiner Neigung über die Hangkante im Ortszentrum an der Topografie orientiert und mit seiner Granitfassade an die Steinhauertradition Blaibachs anknüpft.
Der monolithische, gekippte Baukörper öffnet sich für die Konzertbesucher auf dem neuen Dorfplatz und führt von dort diese über eine Treppe hinab in das unter der Erdoberfläche liegende Foyer. Dieses erschließt nicht nur die Funktionsräume wie die Garderobe, die Sanitärräume sowie den Barbereich, sondern führt auch um den Zuschauerraum herum ins Innere des Konzertsaales. Dieser entfaltet seine Akustik innerhalb des leicht wirkenden Betonkörpers, dessen präzise Lichtschlitze den Raum beleuchten.
Die dominanten gekippten Oberflächen des Konzertsaales sind allein akustischen Vorgaben geschuldet und beinhalten hinter ihren Schlitzen neben LED-Leuchten auch Bassabsorber, die eine optimale Akustik bieten. Der Beton im Inneren des Konzertsaales ist unbehandelt. Seine lebendigen Oberflächen dienen dazu, die mittelhohen Töne zu absorbieren. Die Schräge des Baukörpers trägt die Zuschauertribüne, deren transparent wirkenden Stühle aus Stahl über Lichtschlitzen zu schweben scheinen.

Dieses Projekt wurde im Rahmen der Baukulturwerkstätten 2015 in Kassel diskutiert.

In der Edition Detail ist ein Architektur- und Kunstbuch über das Konzerthaus Blaibach im Bayerischen Wald erschienen. Der Band dokumentiert die neue Mitte Blaibachs mit Fotos, Plänen und beschreibenden Texten.

Fertigstellung 2013
Auftraggeber Gemeinde Blaibach
Architekt / Planer

peter haimerl.architektur

Planungsbeteiligte Karl Landgraf, Ulrich Pape, Felicia Michael, Tomo Ichikawa, Jutta Görlich, Martin Kloos
Baukosten brutto 1,6 Mio. €
Nutzungen
Kultur
ländliche Räume