Urbane Nachbarschaft Samtweberei Krefeld

Neue Idee für alte Häuser

Die Reaktivierung eines brachliegenden Textilareals in Krefeld mit zum Teil denkmalgeschützter Bausubstanz mit 37 Wohnungen, Büros und Ateliers für kooperatives Arbeiten sowie Freiräumen und Orten zur Begegnung ließe sich als städtebaulicher und architektonischer Beitrag zur Stadtbaukultur diskutieren – Gebrauchsqualität von 1960er-Jahre-Architektur wiederentdeckt; mit minimalinvasiven Eingriffen kostengünstige Flächen geschaffen, die durch kreative Aneignung und Upcycling neue Gestalt annehmen; gründerzeitliches Industriedenkmal saniert und dabei neue Architektur in Kontrast zum zurückhaltend erneuerten Bestand gesetzt; eine Sheddach-Produktionshalle nicht als Haus, sondern als Freiraum entwickelt.

Doch die Besonderheit des Projekts Nachbarschaft Samtweberei – initiiert durch die Montag Stiftung Urbane Räume – liegt in seinem Betrag zur gemeinwohlorientierten Immobilienentwicklung. Die Immobilie soll dem Gemeinwesen in einem sozial belasteten, innerstädtischen Stadtquartier dienen. Soziales Wohnen und kooperatives Arbeiten sind Ergebnis von Partizipation und Teilhabe. „Neuer Platz fürs Viertel“ und ein „Nachbarschaftswohnzimmer“ sind neu geschaffener öffentlicher Raum. Aus der Vermietung der Immobilie werden ca. 60.000 Euro pro Jahr an Überschüssen erwirtschaftet, die vollständig ins Gemeinwesen fließen. Schließlich verstehen sich die Nutzer des Areals nicht als „Inselbewohner“, sondern leisten mit rund 2.500 „Viertelsstunden“ praktische Beiträge für gute Nachbarschaft und sozialen Zusammenhalt im Samtweberviertel.

Dieses Projekt wurde im Rahmen der Baukulturwerkstatt "Umbaukultur" in Bochum vorgestellt.

Fertigstellung März 2017
Auftraggeber Urbane Nachbarschaft Samtweberei gGmbH (UNS)
Architekt / Planer

Dipl. Ing. Heinrich Böll Architekt BDA/DWB

Größe / Fläche Wohn-/Nutzfläche – 3040 qm
Nutzungen
Arbeiten
Wohnen
Kultur