Schwäbisch Gmünd

Menschen statt Autos

Dass eine Landesgartenschau mehr als ein einmaliges Ereignis sein kann, beweist Schwäbisch Gmünd. Hier war sie der Anlass, um städtebauliche Probleme zu korrigieren, die aus der Idee der autogerechten Stadt folgten. Der Bahnhof war von der Altstadt isoliert und nur über die Bundesstraße 29 zu erreichen, die zudem die Mündung (immerhin namensgebend für die
Stadt) des Josefsbachs in die Rems überdeckte. Erst als die B29 in einen Tunnel verlegt worden war, konnte oberirdisch die Straße verschmälert und verlegt werden. Das machte eine Erweiterung des Stadtgartens über die Rems hinweg möglich, sodass eine historische Fabrikantenvilla nun nicht mehr an der sechsspurigen Straße steht, sondern als Hotel und Restaurant mitten im Park. Teil der Landschaftsgestaltung des Büros A24 sind mehrere neue Brücken und ein „Boulevard“, der eine direkte Verbindung zwischen Bahnhof und Altstadt schafft. An der Mündung des Josefsbachs führen vor dem neu errichteten „Forum Gold und Silber“ Sitzstufen zum Wasser und auch der Bach selber ist in seinem Verlauf um die Altstadt herum zugänglich, da sein Bett angehoben und verbreitert wurde. Zuvor lag es in einem bis zu acht Meter tiefen Einschnitt.

Hinter dem Bahnhof entstanden anstelle eines Parkplatzes eine Skateanlage und Sportfelder. Auch der Bahnhofsvorplatz wurde neu gestaltet und das alte Postgebäude saniert. Auf benachbarten Gewerbe- oder Verkehrsflächen entstanden Baufelder für ein Hotel und eine Hochschule. Sich zu fragen, welche Nutzung wie viel Platz verdient und dann eine entsprechende Umwidmung von Boden vorzunehmen, hat in Schwäbisch Gmünd also nicht nur neue Natur- und Freiräume, sondern auch eine wirtschaftlich relevante Neubautätigkeit ermöglicht.

Planungszeitraum 2007–2014
Auftraggeber LGS Schwäbisch Gmünd 2014 GmbH
Architekt / Planer

A24 Landschaftsarchitektur GmbH

Baukosten brutto 15 Mio. Euro
Nutzungen Freiraum