Von der Bürostadt zum gemischt genutzten Stadtteil

Lyoner Viertel, Frankfurt am Main

Die Zukunft einer Stadt hängt von deren Anpassungsfähigkeit an die sich stetig verändernden sozialen, ökonomischen und kulturellen Rahmenbedingungen ab. Zu den zentralen Aufgaben kommunaler Stadtplanung gehört es, diese Veränderungen möglichst rechtzeitig zu erkennen, konzeptionell zu begleiten und planerisch abzusichern.
Die Situation in Frankfurt am Main ist – wie in vielen anderen prosperierenden Metropolregionen auch – geprägt von einer sich verschärfenden Wohnungsknappheit einerseits und umfassenden strukturellen Leerständen bei den Büroimmobilien andererseits. Angesichts begrenzter Flächenressourcen innerhalb des Stadtgebietes ist man bei der Schaffung neuen Wohnraumes zunehmend auf Konversions- und Nachverdichtungsmaßnahmen angewiesen.
Und auch komplexe Entwicklungen an schwierigen Standorten rücken in den Fokus, wie hier in der Bürostadt Niederrad mit derzeit etwa 15.000 Beschäftigten. Mit der Transformation des monostrukturierten Bürostandortes zu einem gemischt genutzten Stadtteil wird eine für Deutschland bislang einmalige Aufgabe angegangen, die ein kooperatives Zusammenwirken aller beteiligten Akteure erfordert. Das Rahmenkonzept „Lyoner Viertel“ zeigt dabei nicht nur die räumlichen Potenziale auf, sondern liefert vielfältige Ansätze für neue Entwicklungsmodelle und Verfahrensweisen.

Dieses Projekt wurde in der 1. Baukulturwekstatt 2014 vorgestellt.

Planungszeitraum 2008 (Entwicklungskonzept von bb22), 2010 (Pilotprojekt Appartmenthaus Lyoner Straße 19 von Stefan Forster)
Auftraggeber Stadt Frankfurt am Main, Stadtplanungsamt
Architekt / Planer

bb22 architekten + stadtplaner 

Größe / Fläche Plangebiet 144 ha / Kernzone für zukünftige Nutzungsmischung ca. 100 ha / Bestand Gewerbe: ca. 1 Mio. qm BGF, davon Leerstand ca. 300.000 qm / langfristig bis zu 3.000 neue Wohnungen, Planungsrecht für bis zu 1.500 neue Wohnungen
Nutzungen
Wohnen
Stadtplanung