Mischnutzung in Schäftersheim

Bauernhof Plus

Als gegenüber ihres Elternhauses in Schäftersheim im Taubertal der vorletzte Bauernhof drei Einfamilienhäusern Platz machen sollte, kaufte Martina Klärle das Gehöft. Ihren Bruder, den Architekten Rolf Klärle, beauftragte sie mit dem Umbau zum „Hof 8“. Die Vision: ein Ort zum Wohnen und Arbeiten, der auch Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft und Ökokraftwerk sein sollte. In der Remise entstanden zwei altersgerechte Wohnungen und die Scheune wurde zur Veranstaltungsfläche. Eine Hebammenpraxis zog aus einem Neubaugebiet in den renovierten Kuhstall. Im Hauptgebäude, das eine neue Holzfassade erhielt, sitzt das Planungsbüro für Kommunalentwicklung und Umweltplanung der Bauherrin mit bis zu 15 Mitarbeitern.

Als Teil eines nachhaltigen Material- und Energiekonzepts wurden alte Bauteile  aufgearbeitet und Abbruchmaterial wiederverwendet.
Gedämmt wird mit Zellulose und neu hinzukommen durften nur CO2-neutrale Holzwerkstoffe. Für eine Grundwasserwärmepumpe legte man den historischen Brunnen frei und auch der Server heizt mit. Im Hauptgebäude dienen die Naturstein- und Lehmfüllungen von Fachwerk und Decke als Speichermasse. Auf den Dächern wurden 550 Quadratmeter Photovoltaikzellen gestalterisch integriert. Sie erzeugen mehr Strom als nötig und versorgen zwei kostenfreie öffentliche Ladestationen für Elektroautos. „Hof 8“ zeigt, wie auf dem Land die Energiewende gelingen kann, ohne dörfliche Strukturen zu stören. Er zeigt, wie sich zeitgenössische und traditionelle Baukultur ergänzen und beweist, wie trotz demografischen Wandels hoch qualifizierte Arbeitsplätze und ein lebendiges Dorfleben erhalten bleiben. Zum Tag der offenen Tür kamen übrigens 3.000 Menschen in den 800-Einwohner-Ort.

Fertigstellung 2014
Auftraggeber Prof. Dr. Martina Klärle, Andreas Fischer-Klärle
Architekt / Planer

Architektur
Rolf Klärle, Bad Mergentheim

Baukosten brutto 1,85 Mio. Euro
Nutzungen
Arbeiten
Wohnen
Kultur
Innenentwicklung
Ländliche Räume