Grünes Zusammenwohnen

Blick in den von drei Seiten geschlossenen, begrünten Hof. Die Fassaden der drei Baukörper öffnen sich in die Richtung des Zentrums. Im Vordergrund ist eine locker geschüttete Sandfläche mit roten Sitzelementen und herumliegendem Spielzeug zu sehen. © Viola Epler
Blick in einen Laubengang. Die Repetition der interessant gefügten Betonfertigteile prägt den Raum. Rechts ist das Geländer aus Metall zu sehen und der Blick in den Hof zu erahnen. Links erkennt man die individuell begrünten und möblierten Eingänge in die Wohnungen. Im Hintergrund laufen zwei Kleinkinder. © Viola Epler
Blick in einen grau gepflasterten Durchgang zwischen zwei der Baukörper in den Hof. Man sieht Personen in die Richtung laufen. Am linken Baukörper bildet ein Unterschnitt, am rechten Baukörper der Laubengang einen Schwellenraum vor der Fassade aus.  © Viola Epler
Detailaufnahme einer Fassadenecke. Die Fassade ist durch hellgraue Wellblechverkleidung und grüne Fensterrahmen gestaltet. Man sieht einen leichten Unterschnitt im hohen Erdgeschoss, der einen Platz ausbildet und durch rote Stoffmarkisen unterstrichen wird. © Viola Epler
Zu sehen ist ein heller, hoher Raum mit Holzfußboden, weißen Putzwänden und Sichtbetondecke. Die großzügigen Fenster haben einen Holzrahmen. Am linken Bildrand ist eine graue Wendeltreppe zu sehen, die eine Galerie erschließt. © Viola Epler
Blick in den Caféraum mit offener Küche. Der hohe Raum mit weißen Decken wird durch bodentiefe Fenster belichtet. © Viola Epler
© Viola Epler

Die Wohnungsgenossenschaft „Grüner Weiler“ demonstriert, wie zeitgemäßes, gemeinschaftsorientiertes Wohnen aussehen kann. Auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne in Münster realisierte sie nach erfolgreicher Konzeptvergabe ihr erstes Bauprojekt: drei Baukörper, mit mehr als 100 – zur Hälfte geförderten – Wohnungen für rund 260 Menschen, die um einen großzügigen grünen Hof positioniert sind. Die erschließenden Laubengänge orientieren sich zu diesem kollektiv genutzten Zentrum hin und bieten genügend Platz um einen qualitativen Außenraum darzustellen.

Die zu großen Teilen gemeinschaftlich genutzten Erdgeschosse fungieren als sozialer Motor der Anlage. Hier finden sich Werkstätten, Coworking-Bereiche, ein öffentlich zugänglicher „Kieztreff“ sowie ein multifunktionaler Veranstaltungsraum. Eine echte Besonderheit ist das „Kulinarium“: eine gemeinschaftliche Küche, in der täglich frische, regionale Gerichte zum Selbstkostenpreis für die Bewohner:innen entstehen.

Durch gemeinsame Nutzungsbereiche und flexible Clusterwohnungen sinkt der Flächenbedarf pro Kopf deutlich. In Kombination mit einem ambitionierten Energie- und Entwässerungskonzept entspricht der Grüne Weiler damit hohen ökologischen Standards. Unterschiedliche Wohnungstypen ermöglichen zudem, dass sich die Wohnsituationen innerhalb der Anlage an veränderte Lebenslagen anpassen lassen und sich dadurch auch das soziale Gefüge nachhaltig entwickeln kann.

So zeigt der Grüne Weiler einen wegweisenden Ansatz für zukünftiges Wohnen: nachhaltig, gemeinschaftlich, vielfältig und architektonisch präzise auf die Bedürfnisse seiner Bewohner:innen abgestimmt.

Mit dem Westfälischen Preis für Baukultur 2025 ausgezeichnet.

Rubrik Wohnen
Housing
Region Nordrhein-Westfalen
Bauherr Grüner Weiler eG
Planung

office03, Köln
SOWATORINI Landschaft, Bochum
Birgit Brewe Architekten, Münster / Zürich
Seraina Merz Architektur, Zürich

Fertigstellung 2025
Größe / Fläche 17.047 qm
Auszeichnung Westfälischer Preis für Baukultur
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