Zwei rote Baukörper aus Backstein und Beton entlang einer Straße mit vorbeifahrendem Verkehr und kahlen Bäumen. © Tjark Spille
Einer der Rücksprünge auf der Straßenseite, der einen kleinen, von drei Seiten gefassten Platz ausbildet. Das historische Steinportal ist in den Neubau integriert. © Tjark Spille
Die Fassade des mehrgeschossigen Gebäudes aus Backstein mit großen Fenstern, gesehen von einer begrünten Hoffläche. © Tjark Spille
Offener Innenraum mit Boden, Wänden und Decke aus Sichtbeton, breiter Treppe, die in Geh- und Sitzstufen aufgeteilt ist und großen Fensterflächen. © Tjark Spille
Detailaufnahme der Platzsituation und der Einbindung des historischen Portals. © Tjark Spille

Das Stiftungsensemble, bestehend aus zwei Häusern, liegt an der Hermannstraße, auf einer ehemaligen Friedhofsfläche und in der früheren Einflugschneise des Flughafen Tempelhof. Die städtebauliche Setzung der roten Häuser vermitteln in diesem spannungsreichen Kontext durch Nischen auf der Vorder- und Rückseite des Ensembles. In diesen Räumen entstanden neue, unterschiedliche Stadtsituationen, die das Programm der Häuser mit dem öffentlichen Raum verzahnen. Das transparente Erdgeschoss ermöglicht neue Blickbeziehungen zwischen Straßen- und Grünraum. Die Fassade des einen Hauses, mit roten wiedergewonnenen und neu gebrannten Ziegeln die in Verbund und Format variieren und die roh geschalte, rot eingefärbte Betonfassade des Anderen ergeben einen monolithischen und dennoch feingliedrigen Ausdruck. Durch die Integration von Friedhofsmauer und -portal, sowie vom verbliebenen Leuchtfeuermast der Flughafenanlage fügen sich die Baukörper spielerisch in den Kontext ein.
Um die Betonrippendecke möglichst ressourceneffizient zu bauen, folgen die Rippen den Kräfteverläufen und ermöglichen dennoch bis zu 12 Meter stützenfrei spannende Räume. Auch der Einsatz wiederverwendeter Baustoffe sowie die Weiterverwendung von Bauteilen im Innenausbau zeigen einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Die meist roh verbliebenen Materialien und die flexibel nutzbaren Flächen geben den Häusern eine robuste Atmosphäre, die niedrigschwellige Möglichkeiten zum Zusammenkommen und Austauschen bietet.  

Mit dem Polis Award 2025 (Urbanes Flächenrecycling) ausgezeichnet.

Rubrik Kultur
Culture
Bauherrin Schöpflin Stiftung
Planung

AFF Architekten, POLA Landschaftsarchitekten; Schnetzer Puskas International; Licht.Kunst.Licht

Fertigstellung 2024
Auszeichnung polis Award
Nach oben