Stationen auf dem Weg der Bundesstiftung Baukultur
2000 wenden sich Kammern und Verbände, allen voran die BAK und der BDA, an das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und regen u.a. unter Hinweis auf Aktivitäten anderer europäischer Länder eine Initiative an. Anlass war u.a., dass das BMVBS wieder ein eigenes Referat für Angelegenheiten der Architektur und Baukultur eingerichtet hatte. Das BMVBS greift die Anregung auf und startet, gemeinsam mit dem BKM sowie den Kammern und bundesweit tätigen Verbänden aller planenden Berufe, die „Initiative Architektur und Baukultur“. Es wird eine Lenkungsgruppe gebildet, der auch Vertreter der Länder und Kommunen, der Bau-, Wohnungs- und Kreditwirtschaft, der Bildenden Künstler, sowie weiterer Einrichtungen auf dem Gebiet der Architekturvermittlung und des Denkmalschutzes angehören: Es geht nicht nur um Architektur im engeren Sinne, es geht ebenso um Ingenieurbau, Städtebau, Maßstäbe für gutes Planen und Bauen insgesamt – um Baukultur.
2001 erscheint der 1. Statusbericht Baukultur in Deutschland mit Handlungsempfehlungen zur Umsetzung u.a. der Einrichtung einer bundesweiten Stiftung Baukultur: Die Bundesregierung positioniert sich und forciert die Idee, die Initiative in Form der Stiftung Baukultur auf Bundesebene zu verstetigen. Der Kongress „Baukultur in Deutschland“ findet in Köln statt.
2002 findet sich der Gründerkreis zusammen: Im Sommer 2002 hat sich ein Gründerkreis aus 125 namhaften Fachpersönlichkeiten gebildet. Es gibt eine Proklamation im Rahmen des XXI. UIA. Weltkongress „Ressource Architektur“ in Berlin.
2003 findet der 1. Konvent der Baukultur in Bonn statt. Der Gründerkreis hat mit Unterstützung des BMVBS und des Fördervereins Bundesstiftung Baukultur (ehem. DAZ-Förderverein) im April 2003 den Konvent ausgerichtet – und dafür, neben mehreren Ministern, den Bundespräsidenten gewinnen können. Es wird ein 21-köpfiges Präsidium aus der Mitte des Konvents gewählt.
2004 wird das Stiftungsgesetz im BMVBS konzipiert: Das Präsidium des Konvents der Baukultur wirkte an der Konzeption des Gesetzes maßgeblich mit und bereitete gemeinsam mit dem Förderverein den nächsten Konvent der Baukultur vor.
Beraten wurden Veranstaltungsort und Thema. Außerdem entwickelte das Präsidium Vorschläge für Stiftungsinstrumente und Arbeitsschwerpunkte der Stiftung.
2005 erscheint im August der zweite Statusbericht Baukultur! Das Stiftungsgesetz scheitert im September durch das vorzeitige Ende der Legislaturperiode und die erneute Vertagung der Beratungen im Vermittlungsausschuss: Die Länder blockierten im Bundesrat das Gesetz und verwiesen in den Vermittlungsausschuss. Daraufhin scheiterte das Gesetz zur Bundesstiftung Baukultur in dieser Legislaturperiode. Nach Klärung der bundespolitischen Situation nahm der Förderverein umgehend Gespräche mit einer neuen Bundesregierung auf und die Errichtung der Bundesstiftung wurde im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vom 11.11.2005 aufgenommen.
2006 wird die Bundesstiftung Baukultur per Gesetz errichtet: Das Bundeskabinett hatte am 3. Mai 2006 den von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee vorgelegten Gesetzentwurf zur Errichtung der Bundesstiftung Baukultur beschlossen. Am 16. Juni 2006 begrüße der Bundesrat im sog. ersten Durchgang den vorgelegten Gesetzentwurf zur Bundesstiftung Baukultur. Das Gesetz zur Errichtung der Bundesstiftung Baukultur passierte am 24. November 2006 den Bundesrat und ist wie geplant am 22. Dezember 2006 in Kraft getreten. Nach der parteiübergreifend breiten Zustimmung im Deutschen Bundestag hatten damit auch die Länder den Weg frei gemacht für die Stiftungsgründung.
2007 nimmt die Bundesstiftung mit der Konstituierung ihrer Gremien ihre Arbeit auf. Der Stiftungsrat ist in seiner vorläufigen Konstellation im März zum ersten Mal zusammenkommen. Die Stellen der Vorstandsvorsitzenden sind öffentlich ausgeschrieben. Der Gründungskonvent der Bundesstiftung Baukultur findet am 21. September 2007 in Potsdam statt.
Im März 2008 nimmt die Bundesstiftung Baukultur ihren Geschäftssitz in Potsdam unter dem Vorstandsvorsitzendem Michael Braum und der stellvertretenden Vorsitzenden Veronika Brugger auf. Die Bundesstiftung Baukultur entwickelt und realisiert eigene Initiativen, Veranstaltungsreihen und Publikationen, mit denen sie den öffentlichen Dialog über Baukultur anregen will.
Im April 2010 findet auf Zeche Zollverein in Essen der Konvent 2010 zum Thema „Baukultur des Öffentlichen“ statt. Der Konvent bildet eine Plattform zur Vorbereitung von Debatten zu wesentlichen, baukulturell interessanten Themen.

