Die Baukultur des Öffentlichen?
Die Bundesstiftung Baukultur hat am 16. April auf der Zeche Zollverein in Essen den Konvent der Baukultur 2010 zur Themenstellung der „Baukultur des Öffentlichen“ einberufen. Hier wurde u.a. die politische Verantwortung für das Thema deutlich und damit auch der Umgang der öffentlichen Hand mit Baukultur in ihrer vielfältigen Ausprägung unterstrichen.
Vor diesem Hintergrund bringt der Konvent der Baukultur sein Unverständnis über den geplanten Abriss des Plenarsaals des Niedersächsischen Landtags in Hannover zum Ausdruck. Das Gebäude ist untrennbarer Teil des von Dieter Oesterlen Ende der 1950er Jahre konzipierten Ensembles im Leineschloss und damit ein herausragendes Zeugnis der Architektur seiner Zeit und Ausdruck der Baukultur der wiedererstandenen Demokratie in der Bundesrepublik.
Ein Abriss dieses Gebäudes würde allen Bemühungen um eine bessere Baukultur der öffentlichen Hand Hohn spotten und zudem einen Akt baukulturellen Frevels darstellen. Dabei soll nicht verkannt werden, dass auch Gebäude sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen müssen, doch sollte dies im Respekt für die vorhandene qualitätvolle Substanz erfolgen. Dass dies auch im Fall des Plenarsaals möglich ist, haben vorangegangene Planungsüberlegungen der letzten Jahre gezeigt.
Der Konvent fordert daher den Niedersächsischen Landtag nachdrücklich auf, trotz der bereits getroffenen Entscheidung erneut eine qualifizierte Diskussion mit dem Ziel der Erhaltung des Oesterlen-Baus zu führen und damit dieses wichtige Zeugnis der Geschichte Niedersachsens und der „Baukultur des Öffentlichen“ für kommenden Generationen zu sichern.
Konvent der Baukultur 2010
Essen, 16. April 2010
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